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Beyträge
zur
Naturgeschichte

vonJoh.Fr. BlumenbachProf. zu Gött. und Königl.Grossbrit. Hofrath.

[Abbildung: 1te Menschen Varietaet]

Erster Theil, zweyte Ausgabe.

Göttingen,
bey Heinrich Dieterich, 1806.
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[[III]]

Beyträge
zur
Naturgeschichte
.

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[[IV]]
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[V]
[Abbildung: 2te Menschen Varietaet]

Vorrede.

Gegenwärtige Bogen haben in
dieser neuen Ausgabe mancherley
Verbesserungen und Zusätze erhal-
ten. Da der Inhalt derselben
grossentheils die Naturgeschichte
des Menschengeschlechts betrifft,
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[VI]
so sind auf den beygefügten
Vignetten die fünf Hauptrassen
vorgestellt, worein sich dasselbe,
meines Bedünkens, am füglichsten
eintheilen lässt. Sie brauchen nur
wenige Worte zur Erläuterung.
I. Die Titel-Vignette. 1steMen-
schenvarietät.
(– vergl. S. 70 –)
eine Morgenländische schon für
sich ganz verständliche Scene.
II. Die Anfangsleiste dieser Vor-
rede. 2teMenschenvarietät (– S.
70 –) Schinesen. In der Ferne
Reisfelder mit Büffeln gepflügt.
III. Die Schluss-Vignette der
Vorrede. 3teMenschenvarietät. (–
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[VII]
S. 71 –) Negern am Gambia.
Ihre Fischerey, Moor-Hirsenfel-
der etc. Auch ist hier, so wie auf
den beiden folgenden Kupfern,
die eigne Form der Hütten bey
den vorgestellten Völkern genau
abgebildet.
IV. Die Anfangsleiste. S. 1. 4te
Menschenvarietät.
(– S. 71 –)
Brasilianer.
V. Die Schluss-Vignette. 5te
Menschenvarietät.
(– S. 71 –)
Südländer von Anamocka oder
Neu-Rotterdam
, einer der Freund-
schafts-Inseln
. Ihre Viehzucht,
Gartenbau etc. Die in Reihen ge-
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[VIII]
pflanzten Bäume und dergl. be-
merkte schon der berühmte Ent-
decker dieser glückseligen Inseln,
Abel Tasman.
Göttingen, d.21. Jan. 1806.
[Abbildung: 3te Menschen Varietaet]
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[IX]
  • I. Ueber die Veränderlichkeit in
    der Schöpfung. S. 1
  • II. Ein Blick in die Vorwelt. 6
  • III. Eine präadamitische Vorwelt
    hat einst schon ihren jüng-
    sten Tag erlebt. 13
  • IV. Umschaffung der Vorwelt. 19
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[X]
  • V. Veränderlichkeit in der jetzi-
    gen Schöpfung. 24
  • VI. Die Ausartung der organisirten
    Körper. 29
  • VII. Besonders unter den Haus-
    thieren. 32
  • VIII. Ausartung des vollkommen-
    sten aller Hausthiere – des
    Menschen.
    38
  • IX. Eine hieher gehörige physiolo-
    gische Eigenheit des mensch-
    lichen Körpers. 42
  • X. Ein Wort zur Beruhigung in
    einer allgemeinen Familien-
    Angelegenheit. 48
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[XI]
  • XI. Ueber anthropologische Samm-
    lungen. 55
  • XII. Eintheilung des Menschen-
    geschlechts in fünf Haupt-
    rassen. 67
  • XIII. Ueber die Neger ins be-
    sondre. 73
  • XIV. Von den Kakerlacken. 98
  • 1) Zu S. 9.
    Ueber die Stufenfolge in der Na-
    tur. 106
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[XII]
  • 2) Zu S. 15.
    Ueber die Zeitfolge der verschie-
    denen Erdcatastrophen, 113
  • 3) Zu S. 35.
    Ueber die sogenannten Endabsich-
    ten. 123
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[1]
[Abbildung: 4te Menschen Varietaet]

I.
Ueber die Veränderlichkeit in der
Schöpfung.

Ja so geht’s in der Welt, sagt Vol-
taire
, da haben wir nun keinen Pur-
pur mehr, denn der Murex  ist längst
ausgerottet. Das arme kleine Schneck-
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[2]
chen wird von andern grössern Thie-
ren aufgefressen worden seyn.
Gott bewahre, antworten die Physi-
cotheologen,
unmöglich kann die Vor-
sehung eine Thiergattung aussterben
lassen *)
*) 
Siehe z. B. Pennant’s History of qua-
drupeds
Vol. I. pag. 161.
“Providence
maintains and continues every cre-
ated Species: and we have as much
assurance, that no race of animals
will any more cease while the earth
remaineth, than seed-time and har-
vest, cold and heath, summer and
winter, day or night
.”
 
.
Denn, meint der ehrliche Savoyische
Landgeistliche
im Emil, es sey kein
Wesen im Universum, das man nicht
gleichsam als den gemeinschaftlichen
Mittelpunct für alle übrige ansehen
könne.
Und, setzt ein andrer vollends hinzu,
keines, was nicht so zu sagen, das für
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[3]
die ganze übrige Schöpfung wäre, was
Phidias Bild am Schild seiner künst-
lichen Minerva war, das man nicht
ausheben durfte, wenn nicht das ganze
grosse Werk zusammenfallen sollte!
Eher, sagt Linné, lässt die Natur
neue Arten entstehen. – So hat sie
z. B. da nicht weit von Upsala auf
Södra-Gässkiaeret ein Pflänzchen her-
vor gebracht, die Peloria , das wirklich
so was von einer neuen Schöpfung ist.
Ach, antwortet man ihm, die Natur
ist eine alte Henne, die euch war-
lich heutiges Tages nichts Neues mehr
legen wird.
Freylich nicht, behauptet Haller,
und man muss solche Irrthümer rügen,
weil sie von den Atheisten begierig
aufgeschnappt werden, die aus der Ent-
stehung neuer Gattungen so gut, wie
aus der vorgeblichen Vertilgung alter
Arten gar zu gerne eine Unbeständig-
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[4]
keit der Natur erweisen möchten: und
das darf nicht seyn; denn fällt die
Ordnung in der physischen Welt weg,
so ist es um die Ordnung in der mo-
ralischen Welt, und zuletzt um die
ganze Religion gethan.
***
Wenn auch ich ein Wort drein reden
darf, so glaube ich es ist hier von allen
Seiten der Sache zu viel geschehen.
Der Murex  findet sich heute noch
eben so wohl, als zu den Zeiten der
alten Phönicier und Griechen; – Die
Peloria  aber ist eine monstrose Spielart
und keine eigne neu entstandne Gat-
tung. – Genau genommen ist die Natur
aber auch eben keine alte Henne, –
und die Schöpfung was Solideres als
jene Statue der Minerva, – und sie
fällt nicht zusammen, wenn gleich eine
Gattung von Geschöpfen ausstürbe oder
eine andere neu erzeugt würde, – und
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[5]
es ist mehr als bloss wahrscheinlich,
dass beydes auch wirklich schon wohl
eher erfolgt ist, – und diess Alles ohne
die mindeste Gefährde weder für die
Ordnung in der physischen noch in der
moralischen Welt, noch für die ganze
Religion.
Vielmehr finde ich gerade darin die
Lenkung durch eine höhere Hand am
unverkennbarsten, dass trotz dieser so
genannten Unbeständigkeit der Natur,
dennoch die Schöpfung ihren ewigen
stillen Gang geht, und schon darum
glaube ich lohnt sichs der Mühe, nach-
dem so unendlich viel über die ver-
meinte unveränderliche Ordnung in der
Schöpfung geschrieben worden, auch
einmal an allerhand Beweise von der
grossen Veränderlichkeit in derselben
zu erinnern. Freylich muss ich dabey
etwas weit ausholen.
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[6]

II.
Ein Blick in die Vorwelt.

Fast jeder Pflasterstein in Göttingen
zeugt davon, dass Gattungen – ja
sogar ganze Geschlechter von Thieren
untergegangen seyn müssen. Unser
Kalkboden wimmelt gleichsam von den
mannigfaltigsten Arten versteinter See-
geschöpfe, unter welchen aber meines
Wissens nur eine einzige Gattung ist,
wozu wir noch gegenwärtig ein der-
selben so sehr ähnelndes Geschöpf ken-
nen, dass man es wohl für das Ori-
ginal dazu halten kann; und das ist
diejenige Art von so genannten Bohr-
muscheln (Terebrateln ) aus dem mitt-
ländischen
und atlantischen Meere, die
wegen ihrer Bildung (– da die eine
der beyden zarten bauchichten Schalen
am Schloss über die andere hinüber ragt,
und so von der Seite angesehen einige
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[7]
Aehnlichkeit mit einem Hahne zeigt,
der die Henne tritt, –) den Namen
le coq et la poule  erhalten hat *)
*) 
Anomia vitrea . s.Chemnitz’s Con-
chylien-Cabinet
VIII. B. tab. 78. fig.
707-709.
.
Unter dem fast unübersehlichen Heer
der andern versteinten Seethiere, die
ihr Grab in unserm Boden gefunden
haben, sind freylich noch viele (z. B.
unter den Mytiliten, Chamiten, Pecti-
niten etc.), zu welchen die mehrsten
Naturforscher ebenfalls bestimmte Ori-
ginale angeben: allein ich habe bey
diesen das Petrefact mit dem vorgeb-
lichen Original oft genug verglichen,
und es ist meine Schuld nicht, dass ich
beide unverkennbar specifisch von ein-
ander verschieden gefunden habe **)
**) 
Der beynahe einzige, aber dafür desto
wichtigere Nutze der Versteinerungs-
kunde ist der Aufschluss, den die Ge-
schichte der Veränderungen des Erd-
bodens durch sie erhält, aber dazu ist
schlechterdings äusserste Genauigkeit
im Beobachten nothwendig; zumal
wo es auf Vergleichung der Petre-
facten mit ihren vermeinten Origina-
len, ankommt. Der Mangel dieser
Genauigkeit hat schon die seltsamsten
cosmogenischen Irrthümer veranlasst.
.
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[8]
Bey einer sehr grossen Menge der
übrigen hieländischen Versteinerungen
ist endlich die Bildung so ganz auf-
fallend von allen jetzt bekannten Ge-
schöpfen abweichend, dass sie hoffent-
lich niemand mehr im Ernst unter die-
sen letztern suchen wird *)
*) 
Herr Superint.Schröter rechnet es
zu dem Hauptnutzen, den wir vom
Studium der Petrefacten ziehen kön-
nen, dass sie die Lücken in der Stu-
fenfolge der Natur ausfüllen helfen. –
„Ohne sie„ (sagt er im dritten Bande
seiner Einleitung in die Geschichte der
Steine
etc. S. 94
) „würden wir in die-
ser Stufenfolge und in der Kette der
Natur erstaunende Lücken finden, die
uns durch die Versteinerungskunde
glücklich ausgefüllt werden.„
Wenn man diess bey einem andern
Schriftsteller läse, so würde man es
für einen treffenden Spott über die
vorgegebne Stufenfolge der Natur in
Rücksicht der Bildung
ihrer Geschöpfe
ansehen: denn was heisst das anders,
als: was uns der Schöpfer nicht in
natura
 
gegeben, das hat er doch we-
nigstens zum Behuf der Physicotheo-
logen und ihrer allegorischen Bilder
von Ketten und Leitern in seiner
Schöpfung in effigie  eingeschaltet!
Doch davon ein Mehreres unter
den Zusätzen, am Ende dieses Theils.
. Ich nenne
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[9]
nur zwey Geschlechter derselben statt
aller, die Belemniten *)
*) 
Die Belemniten gehören noch jetzt zu
den gemeinsten Versteinerungen. Und
dass wir sie doch nicht in noch weit
grössrer Menge finden, darüber gibt
der ChevalierD’Hancarville in
seinen Recherches sur l’origine des arts
de la Grece
, einem Buch ohne seines
gleichen! (im ersten Bande S. 2 u. f.)
folgenden Aufschluss: – es sind ihrer
nemlich, wenn wir seiner Versiche-
rung glauben wollen, in der Kindheit
des Menschengeschlechts so viele ver-
schossen
worden. Denn, sagt er, avant
de se servir de l’airain, ou du fer
pour armer les pointes des Fleches, on
y employoit de ces pierres
Belemni-
tes. – Le marbre d’Arundel met
l’époque de la découverte du fer à
l’an
87 après l’arrivés de Cadmus en
Grèce. – avant cette époque les Fle-
ches des Grecs étoient
nécessaire-
ment
armées de ces pierres Belem-
nites, dont le nom conservé jusqu’à
nous exprime encore l’usage.”
 
nemlich und
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[10]
die Ammoniten, von welchen beyden
ich mannigfaltig verschiedne Gattun-
gen aus den mehresten Ländern von
Europa und selbst aus Asien vor mir
habe, und die sich wahrscheinlich auch
in den übrigen Welttheilen [– die In-
seln des fünften ausgenommen *)
*) 
s.J.Reinh. Forster’s Bemerkun-
gen auf seiner Reise um die Welt
. S. 19.
–]
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[11]
finden werden. Man rechnet gegen-
wärtig auf 200 verschiedne Gattungen
im Ammonitengeschlechte, und ich
halte das nicht für übertrieben *)
*) 
In den Breslauer Sammlungen von 1725
lese ich, dass damals schon der eifrige
und einsichtsvolle Petrefactensammler
Rosinus in Münden gar über 300
Sorten von Ammoniten zusammenge-
bracht habe.
, un-
geachtet ich es nie der Mühe werth
gefunden habe, absichtlich nachzuzäh-
len. Und zu keiner einzigen dieser
200 Gattungen ist auch nur je in der
jetzigen Schöpfung ein wahres Origi-
nal gefunden worden. Und da man
an gut erhaltnen Ammoniten offenbar
sieht, dass diess (bey aller ihrer theils
colossalischen Grösse) doch sehr dünn-
schaalige leichte und nicht fest sitzende
Conchylien gewesen seyn müssen, die
nicht, wie man sonst zur Ausflucht
brauchte, in den Tiefen unsrer Meere
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[12]
versteckt leben können; und wir nun,
nach den grossen Seereisen wodurch
Se. Majestät der König den fünften
Welttheil
grösstentheils entdecken und
die Grenzen unsrer Erde bestimmen
lassen, den Ocean fast besser kennen als
das feste Land unsers Planeten, – so
muss man nach allem diesen der Hoff-
nung wohl entsagen, dass die Origi-
nale zu diesem weitläuftigen Thierge-
schlechte, so wie zu tausenderley an-
dern Petrefacten, noch in unsern Welt-
meeren versteckt leben sollten.
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[13]

III.
Eine präadamitische Vorwelt hat
einst schon ihren jüngsten
Tag erlebt.

Alles diess zusammen genommen, so
wird es meines Bedünkens mehr als
bloss wahrscheinlich, dass schon ein-
mal nicht nur eine oder die andre
Gattung, sondern eine ganze organisirte
präadamitische Schöpfung auf unserm
Erdboden untergegangen ist. Unter
allen mir bekannten sonstigen Theorien
der Erde ist keine einzige, mit welcher
sich die gedachten augenscheinlichen
Eigenheiten der Petrefacten in unsern
Kalkflözen zusammen reimen liessen;
die hingegen sehr begreiflich werden,
so bald man, wie gesagt, annimmt, dass
unsre Erde schon einmal eine Total-
revolution erlitten, einen jüngsten Tag
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[14]
erlebt hat. Versteht sich, dass man
schlechterdings andere so genannte cos-
mogenische Phänomene, wie z. B. die
Menge von fossilen Knochen der Ele-
phanten und Rhinocerosse und anderer
Thiere der heissen Erdstriche, die in
unsern Gegenden ausgegraben werden,
u.dergl. mehr von jener Totalrevolu-
tion genau unterscheiden und abson-
dern muss. Denn das ist, wo ich nicht
irre, bisher immer eine Klippe gewe-
sen, woran auch selbst die scharfsinnig-
sten Theorien der Erde gescheitert sind,
so bald sie alle jene so sehr von ein-
ander verschiedne Phänomene auf eine
einzige gemeinschaftliche Revolution
haben zurückbringen, Alles aus einer
und eben derselben Catastrophe haben
erklären wollen *)
*) 
Hingegen habe ich in dem Specimen ar-
chaeologiae telluris
etc. Götting. 1803.
4.
die älteste Geschichte unsers Plane-
ten, und namentlich die Art und auch
im Allgemeinen die Zeitfolge, der
ganz verschiednen Catastrophen, die er
erlitten, und wodurch die mancher-
ley fossilen Reste der vormaligen or-
ganischen Schöpfungen in ihre jetzige
Lagerstätte gekommen, hauptsächlich
aus einer critischen Vergleichung die-
ser Fossilien mit den organisirten Kör-
pern der jetzigen Schöpfung zu er-
klären versucht. – Davon noch ein
Wort unten, in den Zusätzen, am
Ende dieses Theils.
. Ein eben so scharf-
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[15]
sinniger als liebenswürdiger Naturfor-
scher hat neuerlich den Ursprung jener
hieländischen fossilien Knochen auslän-
discher Landthiere und die wirklichen
Versteinerungen von See-Geschöpfen in
unsern Kalkflözen dadurch mit einan-
der verbinden wollen, dass er annimmt,
die jetzige Lagerstätte jener Landthiere
sey nicht ihre ehemalige Heimat ge-
wesen, sondern sie seyen nach ihrem
Tode in Flüsse gerathen und so nach
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[16]
und nach auf den damaligen Meeres-
boden durch die Strömungen zusam-
men getrieben worden. Allein dieje-
nigen Gegenden wenigstens, wo ich
selbst die Lagerstätte der grossen exoti-
schen Knochen betrachtet habe, lassen
sich schwerlich mit jener Hypothese
vereinen. So habe ich z. B. bey Burg-
Tonna im Gothaischen
das Bette der
beiden a.1695 und 1799 daselbst aus-
gegrabnen Elephanten untersucht und
gefunden, dass es so ganz durchaus aus
mächtigen Lagen von Mergeltuff be-
steht, die voller kleinen, zarten und
grösstentheils so unversehrten Land-
und Fluss-Schneckchen u. dergl. sind,
dass ich dieses Bette selbst unmög-
lich für ehemaligen Meeresboden hal-
ten kann: sondern dass wahrscheinlich
die Elephanten und Rhinocerosse und
Schildkröten, von welchen allen ich
aus den Tonnaischen Mergelgruben in-
structive Stücke für meine Sammlung
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[17]
mitgebracht habe *)
*) 
s.Hrn. Hofr. Voigtüber einige phy-
sicalische Merkwürdigkeiten der Gegend
von Burgtonna im Herzogthum Gotha

in dessen Magazin für Physik und Na-
turgeschicht
III. B. 4. St.
in jener Gegend
zu irgend einer Zeit (wer weiss wie
lange nach der gedachten grossen Total-
revolution,) einheimisch gewesen seyn
müssen.
Diese Totalrevolution von der sich
die unzähligen untergegangnen organi-
sirten Geschöpfe in den Kalkflözen her-
schreiben, bleibt also für sich, von
den nachherigen spätern, die mit der
umgeschaffnen Erde vorgegangen seyn
mögen, ganz verschieden **)
**) 
Es war eine Zeit wo man ganz allge-
mein den Ursprung der Petrefacten,
und die Totalrevolution der Erde selbst
von der Noachischen Sündflut ablei-
tete. – So wenig es aber (wie mir
einer der einsichtsvollsten, und doch
gewiss rechtglaubigsten Gottesgelehr-
ten, unser seel.Cons.R.Walch ver-
sichert hat) der Würde der heil. Schrift
den allermindesten Eintrag thut, wenn
man die Noachische Flut für nicht
allgemein hält, so wenig habe ich
mir nach dem, was auch selbst die
Thiergeschichte lehrt, von einer sol-
chen Allgemeinheit jener Flut eine
befriedigende Vorstellung machen kön-
nen. So bleibt mir z. B. die Wall-
fahrt, die dann das Faulthier (das be-
kanntlich eine volle Stunde braucht
um nur 6 Fuss weit zu kriechen,) vom
Ararat nach Südamerica hätte machen
müssen, immer ein wenig unbegreif-
lich. Man müsste denn mit dem heil.
Augustinus die Engel zu Hülfe
nehmen, die jussu Dei sive permissu 
wie er sich ausdrückt, das Thierreich
erst in die Arche zusammengebracht
und nach der Hand wieder, ad locum
unde
 
, in die fernen Welttheile und
Inseln vertheilt hätten.
.
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[18]
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[19]

IV.
Umschaffung der Vorwelt.

Nachdem also jene organische Schö-
pfung in der präadamitischen Vorzeit
unsers Planeten ihre Bestimmung er-
füllt hatte, so ist sie durch eine Total-
catastrophe seiner Oberfläche oder Rinde
vernichtet worden, die dann so lange
brach gelegen haben mag, bis sie wie-
derum geschickt war, mit neuer Vege-
tation belebt und mit neuer thierischer
Schöpfung beseelt zu werden.
Wie sie zu dieser Reife gediehen
war, dann hat der Schöpfer wohl im
ganzen die gleichen Naturkräfte zur
Hervorbringung der neuen organischen
Reiche wirken lassen, die auch in der
Vorwelt diese Absicht erfüllt hatten.
Nur dass der Bildungstrieb nach dem
durch eine solche Totalrevolution frey-
lich wohl anders modificirten Stoffe
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[20]
auch bey Erzeugung der neuen Gattun-
gen eine von der vormaligen mehr
oder weniger abweichende Richtung
hat nehmen müssen *)
*) 
So dass die bildende Natur bey diesen
Umschaffungen zwar auch zum Theil
wieder Geschöpfe von ähnlichen Ty-
pus, wie die in der Vorwelt, von
neuem reproducirt, die bey weitem
allermehresten aber mit andern der
neuen Ordnung der Dinge zweck-
mässigern, Formen hat vertauschen
müssen, da sie nach den bey den neuen
Schöpfungen, anders modificirten Ge-
setzen des Bildungstriebes, wie sich
Lucretius ausdrückt:
quod potuit, nequeat; possit, quod
non tulit ante
.”
 
.
Daher finden wir freylich nur zu
sehr wenigen Versteinerungen aus der
Vorwelt ein ganz ähnliches Geschöpf
in der jetzigen Schöpfung, wie z. B.
zu dem oben angeführten Terebratulit
in den hiesigen Kalkbergen die Bohr-
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[21]
muschel aus dem atlantischen Ocean;
hingegen eine Menge von solchen Pe-
trefacten die den jetzigen organisirten
Körpern zu ähneln scheinen, und daher,
wie schon gesagt, bey bloss flüchtiger
Vergleichung oft für einerley mit den-
selben angesehen werden, die aber bey
genauer Prüfung unverkennbare speci-
fische Verschiedenheit in ihrer Bildung
zeigen und zum Erweis dienen kön-
nen, wie der Bildungstrieb in diesen
beyden Schöpfungen zwar auf eine
ähnliche – aber nicht auf die gleiche
Weise gewirkt hat.
Und die etwanige Einwendung, ob
nicht dieser Unterschied auch wohl
durch blosse Degeneration in einer
langen Reihe von Jahrtausenden habe
bewirkt werden können, wird sehr
leicht durch diejenigen Beyspiele wi-
derlegt, wo die Verschiedenheit zwi-
schen fossilen und frischen, einander
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[22]
im Ganzen ziemlich ähnelnden Con-
chylien doch von der Beschaffenheit
ist, dass sie schlechterdings weder für
eine Folge der Abartung, noch für eine
zufällige Monstrosität, sondern schwer-
lich für etwas anders als für eine ver-
änderte Richtung des Bildungstriebes
gehalten werden kann. Nur gleich eins
dieser Beyspiele statt aller:
In den nordischen Meeren lebt eine
Schnecke, deren ansehnliches Haus
unter dem Nahmen von Murex de-
spectus
 
allgemein bekannt ist; und bey
Harwich am Ufer von Essex findet sich
eine fossile Schnecke, die im Total-
habitus so grosse Aehnlichkeit mit
jenem Murex  hat, dass man auf den
ersten Blick eine mit der andern ver-
wechseln könnte. Allein – die frische
Gattung ist, wie gewöhnlich, rechts
gewunden:
bey der fossilen hingegen
laufen die Gewinde gerade umgekehrt,
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[23]
links:*)
*) 
s.ein Paar Exemplare von diesem
sonderbaren fossilen Murex contrarius 
aus meiner Sammlung im zweyten Heft
der Abbildungen naturhistorischer Ge-
genstände.
Göttingen 1797. tab. 20.
und es ist eben so unerhört
diesen fossilen Muriciten rechts gewun-
den, als jenen frischen Murex  links-
gewunden zu sehen. – So was ist nicht
Folge der Ausartung, sondern Umschaf-
fung durch veränderte Richtung des
Bildungstriebes.
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CC BY-SA 4.0
[24]

V.
Veränderlichkeit in der jetzigen
Schöpfung.

Eine ganze Schöpfung organisirter
Körper ist also einst nach aller Wahr-
scheinlichkeit untergegangen, und eine
neue ist ihr succedirt. Allein auch
selbst in dieser neuen zeigt sich so viele
Veränderlichkeit oder (wie es Haller
oben nannte, aber läugnete), Unbestän-
digkeit der Natur
, dass einem schon
à priori  wie man sagt, auch hier das
Aussterben ganzer Gattungen und die
neue Entstehung von andern nicht un-
begreiflich fallen dürfte, wenn auch
nicht beydes durch wirkliche data 
mehr als bloss wahrscheinlich gemacht
würde.
So fand sich z. B. noch zu unsrer
Väter Zeit auf Isle de France und
einigen benachbarten kleinen Inseln,
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CC BY-SA 4.0
[25]
aber sonst, so viel bekannt, nirgend in
der Welt, eine Gattung grosser, plum-
per, träger Landvögel, von widerlichem
Fleisch, die Dudus *)
*) 
Didus ineptus . –s.Abbildungen natur-
historischer Gegenstände.
Viertes Heft.
Göttingen 1799. tab. 35.
, deren Aufent-
halt um so eingeschränkter war, da sie
so wenig als der Casuar fliegen konn-
ten. Nach den Versicherungen des Hrn.
Morel
aber, der deshalb an Ort und
Stelle Untersuchungen angestellt hat,
existirt dieser Vogel jetzt nicht mehr.
Er ist allgemach ausgerottet. – Und
das ist nicht unbegreiflicher und nicht
unwahrscheinlicher, als dass, wie be-
kannt a.1680. der letzte Wolf in Schott-
land
erschossen worden, wo noch hun-
dert Jahr vorher grosse Wolfsjagden
gehalten wurden. So wie schon früher
diese Raubthiere aus England, und
30 Jahre später auch aus Irland ver-
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CC BY-SA 4.0
[26]
tilgt worden sind. So bleiben sich
überhaupt weder die Faunen noch die
Floren (wie man diese Verzeichnisse
einheimischer Thiere und Pflanzen
nennt) in einem Lande beständig gleich!
Genug Geschöpfe verlieren sich aus
einer Gegend, andre werden hinwie-
derum verpflanzt und verbreitet. Seys
absichtlich, so wie z. B. die Karpen
nun in vielen nordlichen Ländern durch
die Kunst naturalisirt worden; oder zu-
fällig, so wie sich die Ratten aus der
alten Welt auch in die neue eingeni-
stelt haben.
Und so hat es gar nichts wider sich,
dass auch in der grossen Universal-
Faune oder Flore der Schöpfung (zu-
mal aber in der erstern) einmal, wie
gesagt, eine Gattung aussterben, dage-
gen aber auch wohl eine neue zu-
weilen gleichsam nacherschaffen wer-
den kann.
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CC BY-SA 4.0
[27]
Der Finnenwurm im Schweinefleisch *)
*) 
Hydatis finna . – s.Abbildungen natur-
historischer Gegenstände
a. a. O. tab. 39.

den Malpighi zuerst entdeckt hat,
ist in seiner Art ein eben so vollkomm-
nes wahres Thier als der Mensch und
der Elephant in der ihrigen. Nun aber
findet sich, soviel bekannt, dieses Thier
bloss beym zahmen Hausschwein; und
niemalen hingegen bey der wilden Sau,
von der doch jenes abstammt. Dieser
Wurm scheint also eben so wenig der
Stammrasse der Schweine anerschaffen,
als es glaublich ist, dass die ähnlichen
Gattungen von Blasenwürmern, die man
neuerlich eben so wie jene Finnen
mitten im Fleisch und an den Ein-
geweiden menschlicher Leichen gefun-
den, den Stammeltern des Menschen-
geschlechts sollten anerschaffen gewesen
seyn. Wie sie freylich nacherschaffen
worden, das weiss ich eben so wenig
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[28]
als wie in den Jünglingsjahren die
ersten Saamenthierchen entstehen: dass
sie aber nacherschaffen worden, scheint
mir unverkennbar, und ich rechne das
zur grossen Veränderlichkeit in der Na-
tur, und diese grosse Veränderlichkeit
selbst zu den wohlthätigsten, weisesten
Einrichtungen des Schöpfers.
Wie eingeschränkt wäre selbst der
Wirkungskreis des Menschen ohne diese
selbst durch ihn zu bewirkende Ver-
änderbarkeit der Natur. Und wie wird
er nun hingegen gerade durch dieselbe
recht Herr und Meister der übrigen
Schöpfung. Um das zu fühlen erin-
nere man sich bloss der erstaunenswür-
digen Umschaffung, die er seit Ent-
deckung der neuen Welt zwischen ihr
und der Alten vorgenommen und aus-
geführt hat.
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[29]

VI.
Die Ausartung der organisirten
Körper.

Auch die Degeneration der Thiere
und Pflanzen von ihrer ursprünglichen
Stammrasse in Spielarten, gehört zu
den auffallenden Erweisen der Verän-
derlichkeit in der Schöpfung.
In der Mitte des sechszehnten Jahr-
hunderts
kannte man keine andere
Tulpe in Europa als die gemeine gelbe
Stammart. Und keine 200 Jahre nach-
her hatte schon ein leidenschaftlicher
Liebhaber dieser Blumen, der dama-
lige Markgraf von Baden Durlach bey
dreytausend Abbildungen von verschie-
denen Spielarten derselben zusammen
gebracht *)
*) 
Biblioth. raisonnée. T. XXXIV. p. 284.
.
Es ist nicht viel länger, seit die er-
sten wilden grünen Canarienvögel aus
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[30]
ihrer Heimat nach Europa gebracht
worden, und wie sind schon längst diese
Thiere in die mannichfaltigsten Ver-
schiedenheiten – nicht bloss der Farbe,
sondern auch selbst der Gestaltung –
ausgeartet.
Man hat die Ursachen dieser Ausar-
tung vorzüglich im Einfluss des Clima,
der Nahrung und der Lebensart ge-
sucht, und freylich scheinen manche
Wirkungen dieser drey Dinge auf die
Degeneration unverkennbar. Dass z. B.
im ganzen genommen, das Wachsthum
durch die Kälte zurückgehalten wird,
oder das eigenthümliche Clima einer
oder der andern Weltgegend auch ge-
wisse auszeichnende Wirkungen auf die
in ihr einheimischen organisirten Körper
äussert. Dass. z. B. in Syrien vielerley
Säugthiere ein so auffallend langes und
seidenartiges Haar haben u.dergl.m.
Aber freylich können auch sehr oft
mehrere der angegebenen Hauptursa-
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[31]
chen der Degeneration entweder zusam-
mentreffen und einander unterstützen,
oder aber auch die eine der andern
gleichsam entgegenwirken und sie auf-
heben; daher dann freylich von gar
mancherley Phänomenen der Ausartung
keine bestimmte Ursache angegeben
werden kann. Genug, dass die Phäno-
mene selbst nun einmal als unverkenn-
bare Folgen der Veränderlichkeit der
Natur so sind.
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[32]

VII.
Besonders unter den Hausthieren.

Natürlicher Weise haben die Ursachen
der Degeneration auf diejenigen Haus-
thiere am tiefsten und mannichfaltig-
sten wirken müssen, die der Mensch
sich schon seit langen Generationen
und so unterjocht hat, dass sie sich auch
dabey fortpflanzen, nicht wie beym
Elephanten jedes Individuum erst aus
der Wildniss eingefangen werden muss:
und die zugleich fremder Climate ge-
wohnen, nicht wie das Renthier in
ein eingeschränktes Vaterland wie ge-
bannt sind.
Das gemeine Hausschwein kann hier
zu Einem Beyspiel statt aller dienen,
das ich um so lieber wähle, da die
Abstammung dieses Thiers weit unbe-
zweifelter ist als bey vielen andern.
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[33]
Der Hund z. B. artet zwar auch selbst
unter unsern Augen mannichfaltig aus,
allein, es ist auch nicht völlig ausge-
macht, und schwerlich jemals ganz aus-
zumachen, ob alle Hunde blosse Spiel-
arten von einer und eben derselben
Gattung sind oder nicht. Manche grosse
Naturforscher haben bekanntlich den
Schäferhund als die gemeinschaftliche
Stammrasse für alle übrigen angesehen:
andere haben sogar den Wolf und
Schackal mit zu den Hunden gezählt:
noch andere hingegen finden es nicht
unwahrscheinlich, mehr als eine Stamm-
rasse von Hunden selbst, anzunehmen.
Und allerdings hat meines Bedünkens
die letztere Meinung viel für sich.
Nicht zwar die Verschiedenheit der Bil-
dung unter den Hunderassen an und
für sich:
denn wie sehr kann die nicht
seit den langen Jahrtausenden, da der
Mensch schon dieses Thier, [das sich
vielleicht nirgend mehr ursprünglich
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[34]
wild*)
*) 
Der Unterschied zwischen ursprüng-
lich wild
und bloss verwildert muss
bey Untersuchungen dieser Art auf das
sorgfältigste beobachtet werden. So
gibts in beyden Welten verwilderte
Pferde in unsäglicher Menge: aber
niemand kennt das ursprünglichwilde
Pferd. So fanden sich noch zu Anfang
des letztverflossnen Jahrhunderts auf
der kleinen Insel Juan Fernandez (dem
vierjährigen einsamen Aufenthalt des
armen Selkirk, dessen wahre Geschichte
De Foe zum Robinson Crusoë umgear-
beitet haben soll) verwilderte Ziegen
so gut wie verwildertes Getraide, die
aber beyde eben so wenig daselbst
ursprünglich zu Hause gehörten, als
die verwilderten Affen, die sich bis
jetzt auf den Felsen von Gibraltar
fortgepflanzt haben.
findet,] mehr als irgend ein
anderes in seinen nähern Umgang ge-
zogen und theils mit sich in fremde
Climate verpflanzt hat, abgeändert wor-
den seyn: aber das scheint mir ein
Grund für mehr als eine ursprüngliche
Digitalisat/158