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Göttingische
Der zweyte
Band.
Göttingen ,
gedruckt bey Johann Christian Dieterich.




[titlePage_recto]
Göttingische
Anzeigen
von
gelehrten Sachen
unter
der Aufsicht
der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften.
Der zweyte
Band.
auf das Jahr 1781 .
gedruckt bey Johann Christian Dieterich.

[1065]
Göttingen .
Wir sind noch die Anzeige zweyer dießjährigen
Stücke des Göttingischen Magazins schul-
dig. Imzweyten Hr. Mag.
Becker über
Wasern, dem hier viel Böses nachgesagt wird.
Hrn. Kämmerer Kritters Untersuchung des Unter-
schieds der Sterblichkeit der Männer und der Frauen
von gleichem Alter: in einemPariser Kirchspiel
nemlich sey die Lebensdauer bejahrter Frauen län-
ger, als der Männer ihre. Der Beschluß von
Hrn. Girtanners Fragmenten über J.J. Rousseau
bis zu dessen Tod, wovon man das possirliche Mähr-
chen ersonnen, er sey freywillig gewesen. Hr. Wille
über die Wirkung des Feuers auf eine Sandsteinart,
die durch die Glut beym Stahleisenschmelzen in
basaltänliche Ecksäulen gespalten oder zerrissen wird.
Stücke des Göttingischen Magazins schul-
dig. Im
Wasern, dem hier viel Böses nachgesagt wird.
Hrn. Kämmerer Kritters Untersuchung des Unter-
schieds der Sterblichkeit der Männer und der Frauen
von gleichem Alter: in einem
nemlich sey die Lebensdauer bejahrter Frauen län-
ger, als der Männer ihre. Der Beschluß von
Hrn. Girtanners Fragmenten über J.J. Rousseau
bis zu dessen Tod, wovon man das possirliche Mähr-
chen ersonnen, er sey freywillig gewesen. Hr. Wille
über die Wirkung des Feuers auf eine Sandsteinart,
die durch die Glut beym Stahleisenschmelzen in
basaltänliche Ecksäulen gespalten oder zerrissen wird.

[1066]
Hrn. Amtmann
Bürgers Ankündigung seiner Tau-
send und einen Nacht.
send und einen Nacht.
Im dritten wieder vom Hrn. Mag. Becker
48 S.
über die Anekdote von Rousseau in den Ephemeri-
den der Menschheit etc. Er halte die Bekanntma-
chung einzelner Fehler bey jedem andern Menschen
für Unrecht, nur beym Rousseau nicht. Hr. Lieut.
Flensberg über die Localbeschaffenheit desNieder-
stifts Münster , und über
den natürlichen Grund,
warum in gewissen Gegenden die Sassen einzeln,
in andern aber als Bauerschaften beysammen woh-
nen, woraus auch einige Stellen bey Tacitusde
M.G. erläutert werden. Beyläufig vom grossen
Belang der Wollenstrickerey in den heidichten Aem-
tern des Stifts, von den Zügen der Römer in
den benachbarten Gegenden u. s. w. Hrn. Kritters
Aufklärung der Berechnungen der Witwen- und
Todtencassen für diejenigen, die sich in der Buch-
stabenrechnung nicht geübt haben. Ein Brief eines
Ungenannten von dem ausgestorbenen Hause War-
berg imWolfenbüttelschen , und vom
zerstörten,
ihnen zugehörigen, Schlosse, worin ein ausge-
gemauerter enger Abgrund befindlich, dessen Wän-
de mit sensenförmigen Eisen besetzt gewesen seyn,
und zur grausamen Execution der hinabgestürzten
Gefangenen gedient haben sollen. (Der Rec. hat
wol änliche tiefe Grüfte und sogenannte Hexenzwin-
ger in alten Bergschlössern gesehen, aber ohne eine
Spur von Sensenblättern oder andern Mordwerk-
zeugen etc.) Hierbey ist ein Verzeichniß der sämt-
lichen Einwohner in denherzogl. Braunschweigi-
schen Landen , nebst
Bemerkungen über die ungleiche
Bevölkerung der verschiedenen Districte u. s. w. Hr.
Fulda, daß die Aussprache kein Princip der Recht-
schreibung sey. Und zulezt der Concipient des
über die Anekdote von Rousseau in den Ephemeri-
den der Menschheit etc. Er halte die Bekanntma-
chung einzelner Fehler bey jedem andern Menschen
für Unrecht, nur beym Rousseau nicht. Hr. Lieut.
Flensberg über die Localbeschaffenheit des
stifts Münster
warum in gewissen Gegenden die Sassen einzeln,
in andern aber als Bauerschaften beysammen woh-
nen, woraus auch einige Stellen bey Tacitusde
M.G. erläutert werden. Beyläufig vom grossen
Belang der Wollenstrickerey in den heidichten Aem-
tern des Stifts, von den Zügen der Römer in
den benachbarten Gegenden u. s. w. Hrn. Kritters
Aufklärung der Berechnungen der Witwen- und
Todtencassen für diejenigen, die sich in der Buch-
stabenrechnung nicht geübt haben. Ein Brief eines
Ungenannten von dem ausgestorbenen Hause War-
berg im
ihnen zugehörigen, Schlosse, worin ein ausge-
gemauerter enger Abgrund befindlich, dessen Wän-
de mit sensenförmigen Eisen besetzt gewesen seyn,
und zur grausamen Execution der hinabgestürzten
Gefangenen gedient haben sollen. (Der Rec. hat
wol änliche tiefe Grüfte und sogenannte Hexenzwin-
ger in alten Bergschlössern gesehen, aber ohne eine
Spur von Sensenblättern oder andern Mordwerk-
zeugen etc.) Hierbey ist ein Verzeichniß der sämt-
lichen Einwohner in den
schen Landen
Bevölkerung der verschiedenen Districte u. s. w. Hr.
Fulda, daß die Aussprache kein Princip der Recht-
schreibung sey. Und zulezt der Concipient des

[1067]
neuerlichen
Sendschreibens an den Mond , über
die
Pronunciation der Schöpse des altenGriechenlands ,
verglichen mit der Pronunciation ihrer neuern Brü-
der an derElbe etc. auf Anlaß der
zuversichtlichst
behaupteten Entdeckung eines Neuern Deutschen
über die Aussprache der Alten Griechen, der die
heidnischen Nahmen nach seiner Meynung richtig,
die christlichen aber falsch ausgesprochen wissen
wollte, derPortsmouth durch Portsmaut , und
Hebe durch Hähbäh mit gleicher Zuversichtlichkeit
ausdruckte et s.p.
Pronunciation der Schöpse des alten
verglichen mit der Pronunciation ihrer neuern Brü-
der an der
behaupteten Entdeckung eines Neuern Deutschen
über die Aussprache der Alten Griechen, der die
heidnischen Nahmen nach seiner Meynung richtig,
die christlichen aber falsch ausgesprochen wissen
wollte, der
Hebe durch Hähbäh mit gleicher Zuversichtlichkeit
ausdruckte et s.p.

Digitalisat/5