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Göttingische
Der erste
Band,
Göttingen ,
gedruckt bey Johann Christian Dieterich.

mouni et du
Mont-Blanc, et de la dernière dé-
couverte d’une route pour parvenir sur cette haute
montagne. par M. Bourrit, Chantre etc. 1785.
bey Barde, 308 Seiten in gr. Octav, mit einer
Karte und 5 andern Kupfern . – Dieses Werk soll
den dritten und letzten Theil zu den beiden andern
ausmachen die A.1781 unter dem Titel descrip-
tion des Alpes Pennines et Rhetiennes erschienen,
und zu ihrer Zeit in unsern Blättern angezeigt sind
(1782. S. 503 u. f. ). Allein das Ganze ist, wie
wir aus der Vergleichung sehen, größtentheils blos
eine Art Paraphrase der description des glacieres,
glaciers et amas de glace du duché de Savoye, die
Hr. Bourrit schon A.73 , und der description
des
aspects du Mont-Blanc etc. die er A.76 heraus-
gegeben, und die ebenfalls beide in unsern Anzeigen
(noch vom sel.Hrn. v. Haller) recensirt worden.
(Das erstere in derZugabe v. 1774. S. 220 u. f.
Das andere in derZugabe v. 1778. S. 507 u. f. )
Der dießmalige Rec. der A.83 (– in welchem Jahre
Hr. B. 1500 Reisende in diesen berühmten Eisthä-
lern gesehen zu haben versichert –) einen großen
Theil der darin beschriebenen Gegenden, und ei-
nige davon selbst in Gesellschaft des Hrn. B. bereist
hat, unterschreibt ganz die vormaligen gedachten
Urtheile des Hrn. v. Haller, und kann sich daher
jetzt kurz fassen: um so mehr, da auch die am Ende
befindliche Erzählung von den letztern Versuchen den
Mont-Blanc zu
besteigen, schon bekannt ist, und
selbst wider in andren Nachrichten einiges gegen ihre
buchstäbliche Zuverlässigkeit erinnert worden. Wir
he ben indeß doch einige
Bemerkungen aus, die wir
uns n icht entsinnen, in jenen beiden ältern
Schrif-
ten gelese n zu haben. – Die jungen Gemsen
lassen
sich am leich testen lebendig fangen, wenn der Jäger
die geschoßne Mutter wieder auf die Beine stellt und



[titlePage_recto]
Göttingische
Anzeigen
von
gelehrten Sachen
unter
der Aufsicht
der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften.
Der erste
Band,
auf das Jahr 1786 .
gedruckt bey Johann Christian Dieterich.


[786]
couverte d’une route pour parvenir sur cette haute
montagne. par M. Bourrit, Chantre etc. 1785.
bey Barde, 308 Seiten in gr. Octav, mit einer
Karte und 5 andern Kupfern
den dritten und letzten Theil zu den beiden andern
ausmachen die A.
tion des Alpes Pennines et Rhetiennes erschienen,
und zu ihrer Zeit in unsern Blättern angezeigt sind
(
wir aus der Vergleichung sehen, größtentheils blos
eine Art Paraphrase der description des glacieres,
glaciers et amas de glace du duché de Savoye, die
Hr. Bourrit schon A.
aspects du Mont-Blanc etc. die er A.
gegeben, und die ebenfalls beide in unsern Anzeigen
(noch vom sel.Hrn. v. Haller) recensirt worden.
(Das erstere in der
Das andere in der
Der dießmalige Rec. der A.
Hr. B. 1500 Reisende in diesen berühmten Eisthä-
lern gesehen zu haben versichert –) einen großen
Theil der darin beschriebenen Gegenden, und ei-
nige davon selbst in Gesellschaft des Hrn. B. bereist
hat, unterschreibt ganz die vormaligen gedachten
Urtheile des Hrn. v. Haller, und kann sich daher
jetzt kurz fassen: um so mehr, da auch die am Ende
befindliche Erzählung von den letztern Versuchen den
selbst wider in andren Nachrichten einiges gegen ihre
buchstäbliche Zuverlässigkeit erinnert worden. Wir
un
ten ge
sich am le
die geschoßne Mutter wieder auf die Beine stellt und

[787]
sich dahinter versteckt
etc. – Auch des stärksten
Mannes Hand sey nicht im Stande einer lebendigen
Gemse von der wildern Raçe auf den höhern Alpen,
einen Fuß fest zu halten. – DieAllée-blanche
jenseits desMont-blanc scheint gegenwärtig noch
die rechte Heimat der Steinböcke in diesem Theil
vonEuropa zu seyn. Auch die wenigen
Gehörne
dieser seltnen Thiere die der Rec. inSavoyen ge-
sehen, waren so wie ein ganzer Schedel den er von
da mitgebracht, aus dieser Gegend, und vonCor-
mayeur etc. – Noch immer
sagt Hr. B. das
Mährgen nach, daß man die elenden stupiden Cre-
tins für eine Wohlthat des Himmels in den Fami-
lien ansehe! Die unglücklichen Geschöpfe werden mit
Schonung und Mitleid gewartet, aber fürwahr für
keinen Segen gehalten. – Beyläufig von den Heil-
kräften desArvewassers im Chamounithale : zumal
gegen Cachexieen. – Die Geschichte S. 287 von
einer Gesellschaft Reisenden, welche den guten Rath
des ihnen von ohngefähr an einer halsbrechenden
Stelle begegnenden Verf. schnöde von sich wiesen,
und die er demohngeachtet nachher, nicht ohne eigne
Gefahr, in Sicherheit brachte, macht dem guten
Herzen desselben allemal viel Ehre: und für einen
solchen braven Zug kann sich der Leser immerhin ge-
dultig in die unaufhörliche Declamation ergeben,
womit er auch in diesem Bande verfolgt wird. Zu-
dem ist Hr. B. Cantor: und – Omnibus hoc vi-
tium est cantoribus .
Mannes Hand sey nicht im Stande einer lebendigen
Gemse von der wildern Raçe auf den höhern Alpen,
einen Fuß fest zu halten. – Die
jenseits des
die rechte Heimat der Steinböcke in diesem Theil
von
dieser seltnen Thiere die der Rec. in
sehen, waren so wie ein ganzer Schedel den er von
da mitgebracht, aus dieser Gegend, und von
mayeur
Mährgen nach, daß man die elenden stupiden Cre-
tins für eine Wohlthat des Himmels in den Fami-
lien ansehe! Die unglücklichen Geschöpfe werden mit
Schonung und Mitleid gewartet, aber fürwahr für
keinen Segen gehalten. – Beyläufig von den Heil-
kräften des
gegen Cachexieen. – Die Geschichte S. 287 von
einer Gesellschaft Reisenden, welche den guten Rath
des ihnen von ohngefähr an einer halsbrechenden
Stelle begegnenden Verf. schnöde von sich wiesen,
und die er demohngeachtet nachher, nicht ohne eigne
Gefahr, in Sicherheit brachte, macht dem guten
Herzen desselben allemal viel Ehre: und für einen
solchen braven Zug kann sich der Leser immerhin ge-
dultig in die unaufhörliche Declamation ergeben,
womit er auch in diesem Bande verfolgt wird. Zu-
dem ist Hr. B. Cantor: und – Omnibus hoc vi-
tium est cantoribus .

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