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Göttingische
Der zweyte
Band.
Göttingen ,
gedruckt bey Johann Christian Dieterich.
In der
Weigel- und Schneiderschen Kunsthand-
lung ist auf 218 Seiten in klein Octav sauber ab-
gedruckt: Taschenbuch für Kinder und Kinder-
freunde auf das Jahr 1782 . Diese Schrift ent-
hält das wichtigste und auch Kindern brauchbare aus
der physicalischen Erdbeschreibung und Naturge-
schichte; sie hat Hrn. Friedrich Eckhart zum Ver-
fasser, von dessen litterarischen Handbuch ohnlängst
der zweyte Theil in unsern Blättern angezeigt wor-
den, und zeichnet sich unter der grossen Schaar von
Büchern ähnlichen Titels oder ähnlicher Absicht auf
eine sehr vorzügliche Weise aus; sowohl durch die
wohlgetroffene dem zarten jugendlichen Alter ange-
messene Auswahl der Materien, als durch den Vor-
trag, der gewiß jedem unverdorbenen Kinde ver-
ständlich und faßlich seyn wird, ohne daß es der
Verf. dazu für nöthig gefunden hätte, selbst ins
kindische zu verfallen (so wenig als wir nöthig fin-
den, daß ein Landgeistlicher, um seinem Vortrag
Eingang zu verschaffen, ins bäurische herabsinken
müßte –). Zu den Kleinigkeiten, die wir in einer



[titlePage_recto]
Göttingische
Anzeigen
von
gelehrten Sachen
unter
der Aufsicht
der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften.
Der zweyte
Band.
auf das Jahr 1782 .
gedruckt bey Johann Christian Dieterich.

[942]
Nürnberg .
lung ist auf 218 Seiten in klein Octav sauber ab-
gedruckt: Taschenbuch für Kinder und Kinder-
freunde auf das Jahr 1782
hält das wichtigste und auch Kindern brauchbare aus
der physicalischen Erdbeschreibung und Naturge-
schichte; sie hat Hrn. Friedrich Eckhart zum Ver-
fasser, von dessen litterarischen Handbuch ohnlängst
der zweyte Theil in unsern Blättern angezeigt wor-
den, und zeichnet sich unter der grossen Schaar von
Büchern ähnlichen Titels oder ähnlicher Absicht auf
eine sehr vorzügliche Weise aus; sowohl durch die
wohlgetroffene dem zarten jugendlichen Alter ange-
messene Auswahl der Materien, als durch den Vor-
trag, der gewiß jedem unverdorbenen Kinde ver-
ständlich und faßlich seyn wird, ohne daß es der
Verf. dazu für nöthig gefunden hätte, selbst ins
kindische zu verfallen (so wenig als wir nöthig fin-
den, daß ein Landgeistlicher, um seinem Vortrag
Eingang zu verschaffen, ins bäurische herabsinken
müßte –). Zu den Kleinigkeiten, die wir in einer

[943]
künftigen Auflage dieses sonst
empfehlenswürdigen
geologischen und naturhistorischen Taschenbuchs ab-
geändert wünschen, gehört z. B. S. 68 die zuver-
sichtliche Bestimmung der Art, wie sich die Noachi-
sche Sündfluth eräugnet. Der Meer-Kokos S. 78
wächst, wie man nunmehr weis, auf einer hohen
Fechtelpalme derInsel Praslin , die Sonnerat um-
ständlichst beschrieben hat. Drum sollte auch S.
115 die Kokosnuß nicht die allergrösseste Nuß ge-
nannt seyn. Daß sich die Metalle in ihren Adern
nur durch Zufluß mehren (S. 119), möchte, um
Misverstand zu verhüten, deutlicher bestimmt oder
anders gegeben werden. Unter den ungeflügelten
Insecten S. 134 besteht doch der Floh eine Art von
Verwandlung. S. 135 wo die Spinnen Blutsau-
ger genannt und ihnen die Krebse beygezählt wer-
den, vermuthen wir Druckfehler. Die eigentlichen
arbeitenden Ameisen im Haufen, sind die unbeflügel-
ten. Es ist doch wohl ziemlich entschieden, daß unsre
Hausschwalbe in heissern Erdstrichen, die Rauch-
schwalbe hingegen hier zu Lande überwintert. Den
Elephant würden wir doch ja nicht vernünftig ge-
nannt haben. Manche nicht sehr merkwürdige, we-
nigstens Kindern ganz gleichgültige, Thiere, wie
das ostindische Nyl-ghau könnten künftig ausgelas-
sen werden. Daß der V. hin und wider seine ei-
gene ungewöhnliche Orthographie hat, wäre zwar
für unsre Tage nichts befremdendes, wenn er auch
gleich die etymologischen u. a. Gründe nicht für sich
hätte, die ihn, wie man sieht, zu diesen Neue-
rungen veranlaßt. Aber da doch Horaz und die
Vernunft lehren, wie billig man hierinn den vsus
respectiren muß, so riethen wir künftig nicht mehr
Busemen und Aengen, Häu-Schrekken und Feld-
Grüllen etc. zu schreiben. Eben diese Erinnerung
geologischen und naturhistorischen Taschenbuchs ab-
geändert wünschen, gehört z. B. S. 68 die zuver-
sichtliche Bestimmung der Art, wie sich die Noachi-
sche Sündfluth eräugnet. Der Meer-Kokos S. 78
wächst, wie man nunmehr weis, auf einer hohen
Fechtelpalme der
ständlichst beschrieben hat. Drum sollte auch S.
115 die Kokosnuß nicht die allergrösseste Nuß ge-
nannt seyn. Daß sich die Metalle in ihren Adern
nur durch Zufluß mehren (S. 119), möchte, um
Misverstand zu verhüten, deutlicher bestimmt oder
anders gegeben werden. Unter den ungeflügelten
Insecten S. 134 besteht doch der Floh eine Art von
Verwandlung. S. 135 wo die Spinnen Blutsau-
ger genannt und ihnen die Krebse beygezählt wer-
den, vermuthen wir Druckfehler. Die eigentlichen
arbeitenden Ameisen im Haufen, sind die unbeflügel-
ten. Es ist doch wohl ziemlich entschieden, daß unsre
Hausschwalbe in heissern Erdstrichen, die Rauch-
schwalbe hingegen hier zu Lande überwintert. Den
Elephant würden wir doch ja nicht vernünftig ge-
nannt haben. Manche nicht sehr merkwürdige, we-
nigstens Kindern ganz gleichgültige, Thiere, wie
das ostindische Nyl-ghau könnten künftig ausgelas-
sen werden. Daß der V. hin und wider seine ei-
gene ungewöhnliche Orthographie hat, wäre zwar
für unsre Tage nichts befremdendes, wenn er auch
gleich die etymologischen u. a. Gründe nicht für sich
hätte, die ihn, wie man sieht, zu diesen Neue-
rungen veranlaßt. Aber da doch Horaz und die
Vernunft lehren, wie billig man hierinn den vsus
respectiren muß, so riethen wir künftig nicht mehr
Busemen und Aengen, Häu-Schrekken und Feld-
Grüllen etc. zu schreiben. Eben diese Erinnerung

[944]
gilt auch von den verdollmetschten
Kunstwörtern,
Schnittlinge statt Insecten u. s. w. Was sollte
wohl herauskommen, wenn je zu befürchten stünde,
daß die Ausländer diese Affectation der Deutschen
nachahmen, und mit den fremden Kunstwörtern
zum vermeynten Behuf ihrer Muttersprache so reine
Wirtschaft zu machen, belieben wollten? Auf den
beygefügten und umständlich erklärten 12 Kupfern,
sind allerhand südasiatische Völkerschaften vorge-
stellt, die nach den bisher noch nicht bekannt ge-
machten Originalzeichnungen zu J.W. Vogelsostin-
dianischen Reisebeschreibung gestochen sind.
Schnittlinge statt Insecten u. s. w. Was sollte
wohl herauskommen, wenn je zu befürchten stünde,
daß die Ausländer diese Affectation der Deutschen
nachahmen, und mit den fremden Kunstwörtern
zum vermeynten Behuf ihrer Muttersprache so reine
Wirtschaft zu machen, belieben wollten? Auf den
beygefügten und umständlich erklärten 12 Kupfern,
sind allerhand südasiatische Völkerschaften vorge-
stellt, die nach den bisher noch nicht bekannt ge-
machten Originalzeichnungen zu J.W. Vogelsostin-
dianischen Reisebeschreibung gestochen sind.
Digitalisat/4