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Göttingische Anzeigen
Der zweyte
Band,
Göttingen ,
gedruckt bey Johann Christian Dieterich.











[titlePage_recto]
Göttingische Anzeigen
von
gelehrten Sachen
unter der Aufsicht
der königl. Gesellschaft der Wissenschaften.
Der zweyte
Band,
auf das Jahr 1798 .
gedruckt bey Johann Christian Dieterich.

[1145]
Paris .
Die Erscheinung eines so großen und pracht-
vollen wissenschaftlichen Werkes inFrankreich ge-
hört bey den jetzigen Zeitumständen doch auch zu
den Überraschungen, deren die Französische Na-
tion, freylich in anderer Art, der Welt seit neun
Jahren so viele gegeben hat: und diese hier ist
um so erwünschter, da das wichtige Werk nicht
vollen wissenschaftlichen Werkes in
hört bey den jetzigen Zeitumständen doch auch zu
den Überraschungen, deren die Französische Na-
tion, freylich in anderer Art, der Welt seit neun
Jahren so viele gegeben hat: und diese hier ist
um so erwünschter, da das wichtige Werk nicht

[1146]
die
Wissenschaften allein, sondern auch wegen so
mancher, mit der Veranlassung und Ausgabe des-
selben verbundenen, Umstände die Humanität selbst
auf mehr als eine erfreuliche Weise interessirt.
mancher, mit der Veranlassung und Ausgabe des-
selben verbundenen, Umstände die Humanität selbst
auf mehr als eine erfreuliche Weise interessirt.
Die letzte Cookische Weltreise veranlaßte vor
13 Jahren den König Ludwig XVI., der bey sei-
ner bekannten Liebe für Geographie besonders die
Entdeckungen dieses großen Seefahrers mit vie-
lem Eifer studirt hatte, eine ähnliche Expedition
zu veranstalten, und das Commando über die zu
diesem Behuf ausgerüsteten beiden Fregatten dem
Capitän la Perouse zu übertragen. Der Plan
zur Reise war vom Könige selbst entworfen, und
viele Stellen der im ersten Bande abgedruckten
Instruction zeugen von dem humanen Charakter
ihres Urhebers: So z. B. ”Sa Majesté regar-
derait comme un des succès les plus heureux
de l’expedition, qu’elle pût etre terminée sans
qu’il en eût couté la vie à un seul homme.”
Aber schwerlich hätte auch ein Mann gefunden
werden können, der aus dieser Rücksicht, so wie
aus jeder andern, den Absichten des Königes voll-
kommener hätte entsprechen können, als der eben
so liebenswürdige als einsichtsvolle la P – Er
segelte imAugust 1785 von Brest ab, um Cap
Horn nach der Südsee , die er, zumahl in der
nordlichen Hälfte, nach verschiedenen Richtungen
durchkreuzt hat. Während seines Aufenthalts auf
Kamtschatka sandte
er bekanntlich im October
1787 seinen
Interpreten, Hrn. Lesseps (den Sohn
des Französischen General-Consuls zuSt. Peters-
burg ), mit dem bis dahin geführten
Tagebuche
und den dazu gehörigen Karten und Zeichnungen
zu Lande nachParis ab; eine Vorsicht, der
die
Welt nun die Erhaltung des wichtigen Werks,
das wir anzeigen, zu verdanken hat. Denn nach-
13 Jahren den König Ludwig XVI., der bey sei-
ner bekannten Liebe für Geographie besonders die
Entdeckungen dieses großen Seefahrers mit vie-
lem Eifer studirt hatte, eine ähnliche Expedition
zu veranstalten, und das Commando über die zu
diesem Behuf ausgerüsteten beiden Fregatten dem
Capitän la Perouse zu übertragen. Der Plan
zur Reise war vom Könige selbst entworfen, und
viele Stellen der im ersten Bande abgedruckten
Instruction zeugen von dem humanen Charakter
ihres Urhebers: So z. B. ”Sa Majesté regar-
derait comme un des succès les plus heureux
de l’expedition, qu’elle pût etre terminée sans
qu’il en eût couté la vie à un seul homme.”
Aber schwerlich hätte auch ein Mann gefunden
werden können, der aus dieser Rücksicht, so wie
aus jeder andern, den Absichten des Königes voll-
kommener hätte entsprechen können, als der eben
so liebenswürdige als einsichtsvolle la P – Er
segelte im
Horn
nordlichen Hälfte, nach verschiedenen Richtungen
durchkreuzt hat. Während seines Aufenthalts auf
1787
des Französischen General-Consuls zu
burg
und den dazu gehörigen Karten und Zeichnungen
zu Lande nach
Welt nun die Erhaltung des wichtigen Werks,
das wir anzeigen, zu verdanken hat. Denn nach-

[1147]
dem er von dannen in die südliche Hälfte des ge-
dachtengroßen Oceans gefahren und an Botany-
bay gelandet war, ist
seit seiner Abreise von da
keine weitere Nachricht von ihm nachEuropa ge-
kommen. Sein letzter Brief von da war vom
7.
Februar 1788 , und dem zufolge gedachte er
gegen Ende desselben Jahrs nachIle de
France ,
und so nachEuropa zurück zu kommen. Da das
aber nicht erfolgte, und man in die Länge wegen
seines Schicksals besorgt werden mußte, so be-
schloß der National-Convent im Frühjahre1791 ,
den General d’Entrecasteaux bloß in der Absicht
auszuschicken, um ihm imIndischen Ocean nach-
zuspüren. Allein alle Nachforschungen desselben
sind fruchtlos gewesen. Vermuthlich hat la P.
mit seinen beiden Fregatten entweder in den
furchtbaren Korallen-Rifen umNeuholland , oder
durch den schrecklichen Orkan vom letztenDecem-
ber 1788 seinen Untergang
gefunden. – Die
Wendung, die seitdem die Französische Revolu-
tion genommen, hat die Ausgabe der Reisebe-
schreibung bis jetzt verzögert. Nun erscheint sie,
und zwar in zwey Editionen zugleich; der sehr
splendiden nähmlich, die wir vor uns haben, und
die als ein Denkmahl typographischer Kunst an-
gesehen zu werden verdient, und einer wohlfeilern
in Octav. Beide zum Beßten der würdigen Wit-
we des verdienstvollen, aber unglücklichen, See-
fahrers.
dachten
bay
keine weitere Nachricht von ihm nach
kommen. Sein letzter Brief von da war vom
gegen Ende desselben Jahrs nach
und so nach
aber nicht erfolgte, und man in die Länge wegen
seines Schicksals besorgt werden mußte, so be-
schloß der National-Convent im Frühjahre
den General d’Entrecasteaux bloß in der Absicht
auszuschicken, um ihm im
zuspüren. Allein alle Nachforschungen desselben
sind fruchtlos gewesen. Vermuthlich hat la P.
mit seinen beiden Fregatten entweder in den
furchtbaren Korallen-Rifen um
durch den schrecklichen Orkan vom letzten
ber 1788
Wendung, die seitdem die Französische Revolu-
tion genommen, hat die Ausgabe der Reisebe-
schreibung bis jetzt verzögert. Nun erscheint sie,
und zwar in zwey Editionen zugleich; der sehr
splendiden nähmlich, die wir vor uns haben, und
die als ein Denkmahl typographischer Kunst an-
gesehen zu werden verdient, und einer wohlfeilern
in Octav. Beide zum Beßten der würdigen Wit-
we des verdienstvollen, aber unglücklichen, See-
fahrers.
Den ersten Band füllen, ausser einer Einlei-
tung, fast bloß die äußerst interessanten Instructio-
nen, Winke, Fragen etc., die den Reisenden mit-
gegeben worden. Der zweyte und dritte enthält
la Pérouse’s eigenes Tagebuch. – Der vierte end-
lich Aufsätze seiner gelehrten Reisegefährten, und
tung, fast bloß die äußerst interessanten Instructio-
nen, Winke, Fragen etc., die den Reisenden mit-
gegeben worden. Der zweyte und dritte enthält
la Pérouse’s eigenes Tagebuch. – Der vierte end-
lich Aufsätze seiner gelehrten Reisegefährten, und

[1148]
Briefe, die von diesen
und von ihm selbst unter-
wegs nachFrankreich geschrieben worden.
wegs nach
In der gedachten Einleitung gibt der gelehrte
Redacteur Nachricht von la Pérouse’s Lebens-
umständen, und sein schön gestochenes Bildniß ist
diesem ersten Bande vorgesetzt (– Schade nur,
daß es, wie wir von einem seiner ehemahligen
Freunde hören, gar wenig Ähnlichkeit hat –).
Er war1741 zu Albi in Languedoc geboren,
und
hat sich von Jugend an im Seedienst ausgezeich-
net. In der unerhörten Seeschlacht am20. No-
vember 1759 , wo der Englische Admiral
Hawke
den entscheidenden Sieg über den Französischen
Marschall de Conflans davon trug, gerieth er,
schwer verwundet, auf einige Zeit in Englische
Gefangenschaft. Eine seiner wichtigsten nachheri-
gen Expeditionen war, daß er1782 die Englischen
Forts an derHudsonsbay überfallen und zerstö-
ren mußte. Hierbey wird gesagt, er habe da-
mahl ausser andern, auch von den Engländern
anerkannten, Beweisen von Humanität auch Hrn.
Hearne das Manuscript von seiner so merkwür-
digen Entdeckungsreise nach demKupferfluß , aber
unter der ausdrücklichen Bedingung gelassen, daß
er dasselbe nach seiner Rückkunft nachEngland
herausgeben solle, und doch sey das bisher noch
nicht geschehen. (– Sonderbar, daß das dem
Herausgeber so ganz entgangen seyn konnte, da
doch Hearne’s Tagebuch bekanntlich schon1795
inLondon herausgekommen. Ein
wichtiger Theil
davon war aber schon zehn Jahre vorher in der
Einleitung des gelehrten Bischofs von Salisbury
zu Cook’s letzter Reise bekannt gemacht. –)
Redacteur Nachricht von la Pérouse’s Lebens-
umständen, und sein schön gestochenes Bildniß ist
diesem ersten Bande vorgesetzt (– Schade nur,
daß es, wie wir von einem seiner ehemahligen
Freunde hören, gar wenig Ähnlichkeit hat –).
Er war
hat sich von Jugend an im Seedienst ausgezeich-
net. In der unerhörten Seeschlacht am
vember 1759
den entscheidenden Sieg über den Französischen
Marschall de Conflans davon trug, gerieth er,
schwer verwundet, auf einige Zeit in Englische
Gefangenschaft. Eine seiner wichtigsten nachheri-
gen Expeditionen war, daß er
Forts an der
ren mußte. Hierbey wird gesagt, er habe da-
mahl ausser andern, auch von den Engländern
anerkannten, Beweisen von Humanität auch Hrn.
Hearne das Manuscript von seiner so merkwür-
digen Entdeckungsreise nach dem
unter der ausdrücklichen Bedingung gelassen, daß
er dasselbe nach seiner Rückkunft nach
herausgeben solle, und doch sey das bisher noch
nicht geschehen. (– Sonderbar, daß das dem
Herausgeber so ganz entgangen seyn konnte, da
doch Hearne’s Tagebuch bekanntlich schon
in
davon war aber schon zehn Jahre vorher in der
Einleitung des gelehrten Bischofs von Salisbury
zu Cook’s letzter Reise bekannt gemacht. –)
S. 4 ist das Personale bey der ganzen Expe-
dition verzeichnet, wobey es der Herausgeber
der Billigkeit sowohl, als den Principien des
dition verzeichnet, wobey es der Herausgeber
der Billigkeit sowohl, als den Principien des

[1149]
Französischen Gouvernements gemäß gehalten,
nicht bloß die Officiere und Gelehrte, sondern
durchaus alle Matrosen etc. nahmentlich anzugeben;
und so kommen sie auch sämmtlich nochmahls im
Register vor.
nicht bloß die Officiere und Gelehrte, sondern
durchaus alle Matrosen etc. nahmentlich anzugeben;
und so kommen sie auch sämmtlich nochmahls im
Register vor.
In der königlichen Instruction scheint ein
Hauptaugenmerk auf den einträglichen Pelzhan-
del an dernordwestlichsten Küste von
Amerika
gerichtet zu seyn. La P. solle zusehen, ob nicht
zu diesem Behuf eine Französische Niederlassung
auf einer der südlichenKurilen thunlich sey? –
Auf diese Instruction folgt S. 62–155 eine
für die nautische Geographie überaus lehrreiche
Arbeit des Ex-Seeministers Fleurieu, nähmlich
Bemerkungen über die sämmtlichen bis jetzt be-
kannt gewordenen Entdeckungen in denjenigen Ge-
genden desAtlantischen und stillen Oceans , die
la P. befahren sollte.
Hauptaugenmerk auf den einträglichen Pelzhan-
del an der
gerichtet zu seyn. La P. solle zusehen, ob nicht
zu diesem Behuf eine Französische Niederlassung
auf einer der südlichen
Auf diese Instruction folgt S. 62–155 eine
für die nautische Geographie überaus lehrreiche
Arbeit des Ex-Seeministers Fleurieu, nähmlich
Bemerkungen über die sämmtlichen bis jetzt be-
kannt gewordenen Entdeckungen in denjenigen Ge-
genden des
la P. befahren sollte.
Von S. 157 die wichtigen Fragen und Auf-
träge, so die damahlige Academie der Wissen-
schaften seinen gelehrten Reisegefährten mitgege-
ben. – Besonders sollen sie suchen, Schedel
fremder Völkerschaften mitzubringen. – Auch
nachsehen, ob sich bey Völkern von auffallend
großer Statur etwa 6 Lendenwirbel finden? Ihre
Beyträge zur Anatome comparata sollen sie nach
Daubenton’s Muster im Büffonschen Werke ab-
fassen. Bey den Conchylien so viel möglich die
fossilen an den Küsten, die sie besuchen werden,
mit den frischen in den benachbarten Meeren ver-
gleichen, und sehen, ob sie nicht Originale zu
unsern Europäischen Versteinerungen auffinden
können. – Verzeichniß seltener Crystallisationen
einiger Fossilien, auf die man achten solle. –
Von solchen Gewächsen, wovon man damahls in
Frankreich nur Eins von beiden Geschlechtern
hatte,
träge, so die damahlige Academie der Wissen-
schaften seinen gelehrten Reisegefährten mitgege-
ben. – Besonders sollen sie suchen, Schedel
fremder Völkerschaften mitzubringen. – Auch
nachsehen, ob sich bey Völkern von auffallend
großer Statur etwa 6 Lendenwirbel finden? Ihre
Beyträge zur Anatome comparata sollen sie nach
Daubenton’s Muster im Büffonschen Werke ab-
fassen. Bey den Conchylien so viel möglich die
fossilen an den Küsten, die sie besuchen werden,
mit den frischen in den benachbarten Meeren ver-
gleichen, und sehen, ob sie nicht Originale zu
unsern Europäischen Versteinerungen auffinden
können. – Verzeichniß seltener Crystallisationen
einiger Fossilien, auf die man achten solle. –
Von solchen Gewächsen, wovon man damahls in

[1150]
nun
auch das andere mitzubringen: z. B. weib-
liche Morus papyrifera ; männliche Fragaria
chilensis etc.
liche Morus papyrifera ; männliche Fragaria
chilensis etc.
S. 174 noch ein besonderer Aufsatz des gelehr-
ten Geographen Buache über einige große Striche
derSüdsee , wo noch Manches zu berichtigen und
Lücken zu füllen sey.
ten Geographen Buache über einige große Striche
der
Lücken zu füllen sey.
S. 180 Fragen, die von der medicinischen Ge-
sellschaft zu Paris den Reisenden mitgegeben wor-
den. – Vor Allem wieder die charakteristischen
Eigenheiten der Spielarten des Menschengeschlechts
in der Schedelform u. s. w. – Ob nicht etwa die
rohe Lebensweise mancher wilden Völker ihren
Geschlechtstrieb, wie bey den Thieren, perio-
disch mache, daß er in gewissen Jahrszeiten vor-
züglich erwacht? – Genau auf die Kakerlaken
(Albinos) zu achten, und der Ursache dieser für
Physiologie und Pathologie gleich wichtigen Ano-
malie nachzuforschen. – Aber unbegreiflich ist
die Dreistigkeit, womit die Societé de Médecine
an zwey Stellen ihres sonst trefflichen Aufsatzes
die so ganz notorische Unwahrheit behaupten will,
als sey die Lustseuche durch Capitän Cook auf
seinen beiden ersten Reisen nachUtaheiti
gebracht
worden! (– Als Cook imApril 1769 zum er-
sten Mahl nach dieser sonst so glückseligen Insel
kam, fand er die Lustseuche schon allgemein ver-
breitet. Nun waren nur drey Europäische Schiffe
vorher dort gewesen; durch welche diese scheuß-
lichste aller Krankheiten hatte hinverpflanzt wer-
den können. Nähmlich der Entdecker vonUta-
heiti , Capitän Wallis, mit dem Delphin im
Ju-
nius 1767 , und der
Französische Capitän Bou-
gainville mit derBoudeuse und
Etoile im April
1768 . Aus jenes seinen Büchern ergab sich aber,
daß, zufolge der genauen und wiederhohlten Vi-
sellschaft zu Paris den Reisenden mitgegeben wor-
den. – Vor Allem wieder die charakteristischen
Eigenheiten der Spielarten des Menschengeschlechts
in der Schedelform u. s. w. – Ob nicht etwa die
rohe Lebensweise mancher wilden Völker ihren
Geschlechtstrieb, wie bey den Thieren, perio-
disch mache, daß er in gewissen Jahrszeiten vor-
züglich erwacht? – Genau auf die Kakerlaken
(Albinos) zu achten, und der Ursache dieser für
Physiologie und Pathologie gleich wichtigen Ano-
malie nachzuforschen. – Aber unbegreiflich ist
die Dreistigkeit, womit die Societé de Médecine
an zwey Stellen ihres sonst trefflichen Aufsatzes
die so ganz notorische Unwahrheit behaupten will,
als sey die Lustseuche durch Capitän Cook auf
seinen beiden ersten Reisen nach
worden! (– Als Cook im
sten Mahl nach dieser sonst so glückseligen Insel
kam, fand er die Lustseuche schon allgemein ver-
breitet. Nun waren nur drey Europäische Schiffe
vorher dort gewesen; durch welche diese scheuß-
lichste aller Krankheiten hatte hinverpflanzt wer-
den können. Nähmlich der Entdecker von
heiti
nius 1767
gainville mit der
1768
daß, zufolge der genauen und wiederhohlten Vi-

[1151]
sitation des Schiffsvolkes auf
der ganzen vierzehn-
monathlichen Fahrt von derMagellanischen Straße
bis nachUtaheiti , und wieder von da
bis zum
Cap kein einziger
Venerischer am Bord gewesen
war. – Daß hingegen der Französische Com-
mandeur diese Vorsicht nicht beobachtet, sein Volk
vor Ankunft auf derSüdsee nicht
visitiren lassen,
erhellet von selbst schon aus der unerwarteten
Entdeckung, die sich erst während seines Aufent-
halts aufUtaheiti äusserte, daß des Naturforscher
Commerson’s vermeinter Bedienter, ein verklei-
detes Mädchen war! –)
monathlichen Fahrt von der
bis nach
war. – Daß hingegen der Französische Com-
mandeur diese Vorsicht nicht beobachtet, sein Volk
vor Ankunft auf der
erhellet von selbst schon aus der unerwarteten
Entdeckung, die sich erst während seines Aufent-
halts auf
Commerson’s vermeinter Bedienter, ein verklei-
detes Mädchen war! –)
S. 197 des Abbé Tessier Vorschläge, um
das
Trinkwasser auf den Schiffen frisch zu erhalten. –
S. 205 des Ober-Gärtner Thouin Instruction für
den Reisegärtner. Vielleicht könne man neu ent-
deckte Cryptogamisten am sichersten mitbringen,
wenn man nur die Erde, worin sie gewachsen,
aushöbe, und die Gewächse selbst, in verschiede-
nem Alter und Zustand der Reife etc. darunter
mengte. – Verzeichniß der Menge von Säme-
reyen und Gewächsen etc., die den Schiffen mit-
gegeben worden, um sie in den fernen Welttheilen
auszusäen und zu verpflanzen. – Die Liste der
Waren, über 58,000 Livres am Werth, die zum
Verschenken und Vertauschen mitgenommen wor-
den. Darunter z. B. 1800 Trinkgläser, 2600
Kämme, eine Million Stecknadeln. – Dann die
Verzeichnisse der zum Gebrauch der Reisenden
bestimmten nautischen, astronomischen, physischen
und chemischen Instrumente, und der Reise-Biblio-
thek. Unter jenen, zwey Inclinations-Boussolen,
deren sich Cook auf seiner letzten Weltreise be-
dient, und die Hrn. la P. durch die Vermitte-
lung des Hrn. Baronet Banks geliehen worden. –
Auch Montgolfieren und Scaphander. – Unter
Trinkwasser auf den Schiffen frisch zu erhalten. –
S. 205 des Ober-Gärtner Thouin Instruction für
den Reisegärtner. Vielleicht könne man neu ent-
deckte Cryptogamisten am sichersten mitbringen,
wenn man nur die Erde, worin sie gewachsen,
aushöbe, und die Gewächse selbst, in verschiede-
nem Alter und Zustand der Reife etc. darunter
mengte. – Verzeichniß der Menge von Säme-
reyen und Gewächsen etc., die den Schiffen mit-
gegeben worden, um sie in den fernen Welttheilen
auszusäen und zu verpflanzen. – Die Liste der
Waren, über 58,000 Livres am Werth, die zum
Verschenken und Vertauschen mitgenommen wor-
den. Darunter z. B. 1800 Trinkgläser, 2600
Kämme, eine Million Stecknadeln. – Dann die
Verzeichnisse der zum Gebrauch der Reisenden
bestimmten nautischen, astronomischen, physischen
und chemischen Instrumente, und der Reise-Biblio-
thek. Unter jenen, zwey Inclinations-Boussolen,
deren sich Cook auf seiner letzten Weltreise be-
dient, und die Hrn. la P. durch die Vermitte-
lung des Hrn. Baronet Banks geliehen worden. –
Auch Montgolfieren und Scaphander. – Unter

[1152]
den Büchern, von hiesigen Professoren,
ausserMayer’s Tafeln , auch unsers sel.Michae-
lis Fragen an die Dänische Reisegesellschaft , und
Hrn. de Luc’s beide größere Werke. –
ausser
lis Fragen an die Dänische Reisegesellschaft
Hrn. de Luc’s beide größere Werke. –
Noch ist diesem Bande ein interessantes Acten-
stück beygefügt, nähmlich die Übersetzung einer
vorher noch ungedruckten Südseereise, die der
bekannte Spanische Seefahrer MaurelleA.1780
und1781 von Manilla nach St. Blas in Mexico
gemacht hat; aber nicht geradezu, sondern erst
S.O. überNeu-Hannover und die Salomons-
Inseln nach den Freundschafts-Inseln . Er hat
doch manche Inselpünctchen entdeckt, die auf der
von Büache redigirten Karte von dieser Fahrt
(Nr. 68. des Atlas) angezeigt sind. – Umständ-
lich von denMayorga-Inseln , einer kleinen Grup-
pe nahe bey denFreundschafts-Inseln ,
nordlich.
Die Einwohner brachten Bataten von ungeheurer
Größe an Bord: theils 15 Fuß lang (!), und so
dick, als eines starken Mannes Schenkel. –
Was Hr. M. von den Sitten dieser Insulaner
sagt, kommt mit dem überein, was Cooku.a.
von den Freundschafts-Insulanern angemerkt.
Z. B. das muthige Klopffechten der Frauenzim-
mer – Als sich Maurelle beym dasigen König
über die Diebereyen seiner Unterthanen beschwerte,
stellte ihm dieser frey, die, so er über der That
ertappen würde, mit dem Tode zu betrafen.
Der Spanische Befehlshaber befolgte diese Wei-
sung so wörtlich, daß er einen Indianer, der eine
Kette losreissen wollte, auf der Stelle erschießen
ließ. Er setzt – vermuthlich zu seiner Entschul-
digung und resp. Beruhigung – hinzu, daß er
bey diesem Volke auch nicht ein Fünkchen Reli-
gion und Gottesdienst habe bemerken können.
Uebrigens hatte Hr. M. diesen irreligiösen, blin-
stück beygefügt, nähmlich die Übersetzung einer
vorher noch ungedruckten Südseereise, die der
bekannte Spanische Seefahrer MaurelleA.
und
gemacht hat; aber nicht geradezu, sondern erst
S.O. über
Inseln
doch manche Inselpünctchen entdeckt, die auf der
von Büache redigirten Karte von dieser Fahrt
(Nr. 68. des Atlas) angezeigt sind. – Umständ-
lich von den
pe nahe bey den
Die Einwohner brachten Bataten von ungeheurer
Größe an Bord: theils 15 Fuß lang (!), und so
dick, als eines starken Mannes Schenkel. –
Was Hr. M. von den Sitten dieser Insulaner
sagt, kommt mit dem überein, was Cooku.a.
von den Freundschafts-Insulanern angemerkt.
Z. B. das muthige Klopffechten der Frauenzim-
mer – Als sich Maurelle beym dasigen König
über die Diebereyen seiner Unterthanen beschwerte,
stellte ihm dieser frey, die, so er über der That
ertappen würde, mit dem Tode zu betrafen.
Der Spanische Befehlshaber befolgte diese Wei-
sung so wörtlich, daß er einen Indianer, der eine
Kette losreissen wollte, auf der Stelle erschießen
ließ. Er setzt – vermuthlich zu seiner Entschul-
digung und resp. Beruhigung – hinzu, daß er
bey diesem Volke auch nicht ein Fünkchen Reli-
gion und Gottesdienst habe bemerken können.
Uebrigens hatte Hr. M. diesen irreligiösen, blin-

[1153]
den Heiden seine und
seines Schiffsvolkes Lebens-
erhaltung zu danken, da er ohne die liebreiche,
gastfreundliche Bewirthung und Verproviantirung,
womit sie ihn überhäuften, hätte verhungern müs-
sen. Denn die Pest der Seefahrer, die Schaben
(Tarokane), hatten sich auf dem Schiffe in einer
so ganz unbeschreiblichen Menge zu Millionen ver-
mehrt, daß die Victualien dadurch fast total auf-
gezehrt waren, und die tägliche Mundportion für
den Mann bis auf 5 Unzen Brot, 3 Unzen Schweine-
fleisch und 2 Unzen Bohnen reducirt werden mußte.
Die Folgen dieser Hungersnoth, Kraftlosigkeit zu
den nöthigsten Arbeiten u. s. w., drohten ein
schaudervolles Ende. Man sammelte zwar mit-
telst großer Gefäße, die inwendig mit Honig be-
strichen wurden, tagtäglich einen Kübel voll jener
ekelhaften, verwüstenden Insecten, aber ohne daß
eine Abnahme derselben dadurch merklich geworden
wäre. Ce fut donc (sagt Hr. M.) veritable-
ment par un coup de la providence, que nous
avions rencontré lesiles de Mayorga , d’où
nous avions tiré de si puissans secours.
erhaltung zu danken, da er ohne die liebreiche,
gastfreundliche Bewirthung und Verproviantirung,
womit sie ihn überhäuften, hätte verhungern müs-
sen. Denn die Pest der Seefahrer, die Schaben
(Tarokane), hatten sich auf dem Schiffe in einer
so ganz unbeschreiblichen Menge zu Millionen ver-
mehrt, daß die Victualien dadurch fast total auf-
gezehrt waren, und die tägliche Mundportion für
den Mann bis auf 5 Unzen Brot, 3 Unzen Schweine-
fleisch und 2 Unzen Bohnen reducirt werden mußte.
Die Folgen dieser Hungersnoth, Kraftlosigkeit zu
den nöthigsten Arbeiten u. s. w., drohten ein
schaudervolles Ende. Man sammelte zwar mit-
telst großer Gefäße, die inwendig mit Honig be-
strichen wurden, tagtäglich einen Kübel voll jener
ekelhaften, verwüstenden Insecten, aber ohne daß
eine Abnahme derselben dadurch merklich geworden
wäre. Ce fut donc (sagt Hr. M.) veritable-
ment par un coup de la providence, que nous
avions rencontré les
nous avions tiré de si puissans secours.
Schon früher hatte eben dieser Spanische See-
fahrer zwey Entdeckungsreisen an derNordwest-
küste von America gemacht. Das Journal von
der einen (vom Jahre1775 ) ist aus Barrington’s
Miscellanies und Pallas’s Neuen
Nordischen Bey-
trägen bekannt. Ein
Auszug aus dem Tagebuch
von der andern (A.1779 ) macht hier den Schluß
des ersten Bandes. Es enthält besonders aus-
führliche Nachrichten von den Wilden amBuca-
relli-Hafen (unter 65° N. Br. ungefähr in der
Mitte zwischenNutkasund und dem Eliasberge ).
Die Einwohner haben sehr regelmäßige Gesichts-
bildung, und Viele einen schönen weissen Teint.
”Les femmes, dans leur habillement, donnent
fahrer zwey Entdeckungsreisen an der
küste von America
der einen (vom Jahre
Miscellanies
trägen
von der andern (A.
des ersten Bandes. Es enthält besonders aus-
führliche Nachrichten von den Wilden am
relli-Hafen
Mitte zwischen
Die Einwohner haben sehr regelmäßige Gesichts-
bildung, und Viele einen schönen weissen Teint.
”Les femmes, dans leur habillement, donnent

[1154]
des preuves de leur modestie et de l’honnê-
teté de leurs moeurs. – Mieux habillées,
plusieurs d’entre elles pourroient disputer d’agré-
ment avec les plus belles femmes espagnoles.”
teté de leurs moeurs. – Mieux habillées,
plusieurs d’entre elles pourroient disputer d’agré-
ment avec les plus belles femmes espagnoles.”
Von den hier genau beschriebenen bewunderns-
werthen Schnitzarbeiten und Geräthschaften die-
ser kunstreichen Indianer findet sich Vieles im
hiesigen academischen Museum unter der großen
Aschischen Sendung der von Capitän Billings’s
Reise mitgebrachten Merkwürdigkeiten (– s. diese
Anzeigen, im
17. St. vom vorigen Jahr –).
werthen Schnitzarbeiten und Geräthschaften die-
ser kunstreichen Indianer findet sich Vieles im
hiesigen academischen Museum unter der großen
Aschischen Sendung der von Capitän Billings’s
Reise mitgebrachten Merkwürdigkeiten (– s. diese

Digitalisat/12