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Medicinisch-chirurgische
herausgegeben
Zweyter
Band.
Zu haben posttäglich auf allen löbl. Postämtern;
Salzburg
gedruckt bey F.X. Oberer, Landschafts- und Stadtbuchdrucker.

Göttingen . In der Versammlung der königl. Societät
der Wissenschaften am28. März legte Hr. Hofrath Blumenbach
eine dritte Decade aus seiner Sammlung von Schedeln verschie-
dener Völkerschaften vor, die nun in Verbindung mit den bey-
den vorhergehenden (die wir imIten Bande, Jahrg. 1790.
Seite
221 , und im Iten Bande, Jahrg. 1793 Seite 398 unserer
Zei-
tung angezeigt haben) eine Art
von vollständigem Ganzen aus-
macht, da sie durch die thätige Theilnahme des Hn. Baron von
Asch und des Hn. Baronet Banks besonders zweyerley enthält,
wodurch die beyden merklichen bisherigen Lücken in dieser Samm-
lung auf’s vollkommenste gefüllt worden. Von jenem nähmlich
ist ein idealisch bildschöner Schedel vom schönsten Blute im Men-
schengeschlechte. Von diesem aber zwey von den beyden Haupt-
rassen der Südseeinsulaner, eine O-taheite und ein Neu-Hol-
länder. – Ueberhaupt enthält diese Decade folgende Schedel:
21) den ebengedachten musterhaft gebildeten von einer Georgia-
nerinn, die im letztern Türkenkriege von den Russen gefangen
und nachMoskau gebracht worden ist, wo sie eines
plötzlichen
Todes gestorben, und deßhalb vom Hn. Prof. Hildebrandt
gerichtlich secirt worden. – Vergleichung dieser Form mit den
weiblichen Idealen der Kunst des Alterthums. – 22) von einem
Lithauer. So wie der vorige und folgende ebenfalls ein Geschenk
des Hn. Baron von Asch. Hier dieser zum Erweis der Unzu-
länglichkeit der Camperschen Facial-Linie zu Bestimmung des
Nationalcharakters. Denn nach jener Linie im bloßen Profil
angesehen, ähnelt dieser Schedel ganz auffallend dem einenNe-
ger in dervorigen
Decade (Tab. XVIII. ). Hingegen
beyde




[titlePage_recto]
Medicinisch-chirurgische
Zeitung
herausgegeben
von
D.Johann Jacob Hartenkeil.
Zweyter
Band.
1795 .
C’est dans le
grand livre de la nature, qu’il faut
lire et non dans ceux des hommes, dont la plûpart sont
remplis d’erreurs et de contradictions .L’Acad. Rapport
de1774 .
lire et non dans ceux des hommes, dont la plûpart sont
remplis d’erreurs et de contradictions .L’Acad. Rapport
de
Zu haben posttäglich auf allen löbl. Postämtern;
bandweise in dem med.chir. Zeitungs-Comtoir in Salzburg ,
bey Heinrich
Gräff zu Leipzig ,
und
in der Mayrschen
Buchhandlung zu Salzburg .
gedruckt bey F.X. Oberer, Landschafts- und Stadtbuchdrucker.

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[174]
der Wissenschaften am
eine dritte Decade aus seiner Sammlung von Schedeln verschie-
dener Völkerschaften vor, die nun in Verbindung mit den bey-
den vorhergehenden (die wir im
221
tung
macht, da sie durch die thätige Theilnahme des Hn. Baron von
Asch und des Hn. Baronet Banks besonders zweyerley enthält,
wodurch die beyden merklichen bisherigen Lücken in dieser Samm-
lung auf’s vollkommenste gefüllt worden. Von jenem nähmlich
ist ein idealisch bildschöner Schedel vom schönsten Blute im Men-
schengeschlechte. Von diesem aber zwey von den beyden Haupt-
rassen der Südseeinsulaner, eine O-taheite und ein Neu-Hol-
länder. – Ueberhaupt enthält diese Decade folgende Schedel:
21) den ebengedachten musterhaft gebildeten von einer Georgia-
nerinn, die im letztern Türkenkriege von den Russen gefangen
und nach
Todes gestorben, und deßhalb vom Hn. Prof. Hildebrandt
gerichtlich secirt worden. – Vergleichung dieser Form mit den
weiblichen Idealen der Kunst des Alterthums. – 22) von einem
Lithauer. So wie der vorige und folgende ebenfalls ein Geschenk
des Hn. Baron von Asch. Hier dieser zum Erweis der Unzu-
länglichkeit der Camperschen Facial-Linie zu Bestimmung des
Nationalcharakters. Denn nach jener Linie im bloßen Profil
angesehen, ähnelt dieser Schedel ganz auffallend dem einenNe-
ger in der

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von Vorne
oder von Oben gegen einander gehalten, so fällt das
Charakteristische des Negers unverkennbar auf. – 23) von einem
88jährigen Sinesischen Tungusen (Daurier) aus dem Saraduli-
schen Geschlechte vomAmur ; dessen
Grab Hr. Hofr. Roeßlein
amOnon geöffnet. Ein recht Mongolisches Ideal. –
Zur Ver-
gleichung zeigte Hr. B. das zum Sprechen ähnliche Bild eines
27jährigen Calmüken vor, der sich Selbst in schwarzer Kreide
mit einer alles übertreffenden, geschmackvollsten Feinheit inRom ,
wo er mit größtem Glücke die Antiken studirt, gezeichnet hat!
Ein Geschenk des Hn. Legationssecretärs Tatter. – 24) und 25)
zwey Eskimos, die Hr. B. durch die Vermittlung des verdienst-
vollen Hn. Joh. Loretz ausNain auf Labrador erhalten. Ganz
das Mittel zwischen Mongolischer und Americanischer Gestaltung.
Verglichen mit den Bildnissen zweyer Eskimos, die der auch als
Schriftsteller bekannte Cptn. Cartwright nachLondon gebracht,
und Hr. Baronet Banks von Dance mahlen lassen. – Dann die
gedachten beyden Südseeinsulaner. – 26) nähmlich ein O-taheiten-
schedel, den der um die Humanität so verdiente Cptn. Bligh
auf der berühmten Reise mitgebracht, da er den Brodbaum von
denSocietätsinseln nach Jamaica verpflanzt. Das Stück ist
um so schätzbarer, da noch der Unterkiefer dabey ist, der in je-
nem Clima bey der Weise, wie dort die Leichen auf Gestellen
an die Luft gelegt werden, sehr bald abfällt; den Erschlagenen
aber ohnehin abgeschnitten, und vom Sieger als Trophäe aufge-
hoben wird. – 27) der Schedel eines der ersten Neu-Hollän-
der, die sich unter die Engländer in der neuen Colonie aufSid-
ney-cove
bey Botanybay gewagt, und da
gestorben. Die auf-
fallende Fläche vorn am Oberkiefer ist wohl durch den Druck
des Querknebels entstanden, den diese Wilden in der Scheide-
wand der Nase tragen, und den die englischen Matrosen einstim-
mig ihre Boogspriet-Raa nannten. Vergleichung dieser beyden
Hauptrassen der Australier unter einander. Sie ähneln einan-
der sehr. Doch nähert sich der O-taheite mehr dem Malayen,
und der Neu-Holländer mehr dem Neger. – Zum Schlusse
noch drey Kinderschedel von recht auffallend contrastirenden
Charakteristische des Negers unverkennbar auf. – 23) von einem
88jährigen Sinesischen Tungusen (Daurier) aus dem Saraduli-
schen Geschlechte vom
am
gleichung zeigte Hr. B. das zum Sprechen ähnliche Bild eines
27jährigen Calmüken vor, der sich Selbst in schwarzer Kreide
mit einer alles übertreffenden, geschmackvollsten Feinheit in
wo er mit größtem Glücke die Antiken studirt, gezeichnet hat!
Ein Geschenk des Hn. Legationssecretärs Tatter. – 24) und 25)
zwey Eskimos, die Hr. B. durch die Vermittlung des verdienst-
vollen Hn. Joh. Loretz aus
das Mittel zwischen Mongolischer und Americanischer Gestaltung.
Verglichen mit den Bildnissen zweyer Eskimos, die der auch als
Schriftsteller bekannte Cptn. Cartwright nach
und Hr. Baronet Banks von Dance mahlen lassen. – Dann die
gedachten beyden Südseeinsulaner. – 26) nähmlich ein O-taheiten-
schedel, den der um die Humanität so verdiente Cptn. Bligh
auf der berühmten Reise mitgebracht, da er den Brodbaum von
den
um so schätzbarer, da noch der Unterkiefer dabey ist, der in je-
nem Clima bey der Weise, wie dort die Leichen auf Gestellen
an die Luft gelegt werden, sehr bald abfällt; den Erschlagenen
aber ohnehin abgeschnitten, und vom Sieger als Trophäe aufge-
hoben wird. – 27) der Schedel eines der ersten Neu-Hollän-
der, die sich unter die Engländer in der neuen Colonie auf
ney-cove
fallende Fläche vorn am Oberkiefer ist wohl durch den Druck
des Querknebels entstanden, den diese Wilden in der Scheide-
wand der Nase tragen, und den die englischen Matrosen einstim-
mig ihre Boogspriet-Raa nannten. Vergleichung dieser beyden
Hauptrassen der Australier unter einander. Sie ähneln einan-
der sehr. Doch nähert sich der O-taheite mehr dem Malayen,
und der Neu-Holländer mehr dem Neger. – Zum Schlusse
noch drey Kinderschedel von recht auffallend contrastirenden

[176]
Spielarten des Menschengeschlechts. Zum Erweis, wie der
Na-
tionalcharakter auch schon in der frühen Bildung kenntlich ist. –
28) von einem sehr hübschen Judenmädchen, und dann zwey von
den beyden Extremen in der Stuffenfolge der Menschenrassen. 29)
nähmlich von der Mongolischen, ein Buräten-Kind; wiederum
vom Hn. Baron von Asch, dem es der Hr. Hofrath Laxmann
ausIrkutzk mitgebracht. Das breite, platte
Gesichtchen mit den
seitwärts hinausstehenden Backenknochen, im auffallendsten Gegen-
satz zu 30) dem schmahlen Kopfe mit vorragendem Oberkiefer an
einem neugebornen Neger-Knaben, vom Hn. Chirurgus Bill-
mann ausCassel .
tionalcharakter auch schon in der frühen Bildung kenntlich ist. –
28) von einem sehr hübschen Judenmädchen, und dann zwey von
den beyden Extremen in der Stuffenfolge der Menschenrassen. 29)
nähmlich von der Mongolischen, ein Buräten-Kind; wiederum
vom Hn. Baron von Asch, dem es der Hr. Hofrath Laxmann
aus
seitwärts hinausstehenden Backenknochen, im auffallendsten Gegen-
satz zu 30) dem schmahlen Kopfe mit vorragendem Oberkiefer an
einem neugebornen Neger-Knaben, vom Hn. Chirurgus Bill-
mann aus

Digitalisat/6