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Abbildungen
naturhistorischer Gegenstände

herausgegeben
von

Joh.Fried. Blumenbach.

2tes Heft.
Nro 11–20.

Göttingen
bey Johann Christian Dieterich
1797.
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  • Simia troglodytes .
  • Simia satyrus .
  • Simia rostrata .
  • Manis tetradactyla .
  • Trichechus rosmarus .
  • Certhia coccinea .
  • Serpula gigantea .
  • Basalt-Glieder von Giant’s Causeway.
  • Backenzähne vom fossilen Ohio-Incognitum , und
    von den beiderlei Gattungen des Elephanten-
    geschlechts.
  • Der fossile Murex contrarius .
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[Abbildung: 11. Simia troglodytes.]
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11.
SIMIA TROGLODYTES .
Der Africanische Waldmensch.
Der Schimpansee.

Der berühmte menschenähnliche Affe von An-
gola
, der insgemein mit dem Ostindischen
Orang-Utang verwechselt worden, von dem er
sich doch durch sein schwarzes Haar, durch
seine grossen Ohren und durch den Nagel am
Daumen der Hinterhände specifisch auszeichnet.
Beide kommen übrigens darin mit einander
und auch mit dem Menschen überein, dass die
Haare am Oberarm und Vorderarm in entge-
gengesetzter Richtung streichen: nämlich von
der Schulter herunter abwärts, und hingegen
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von der Handwurzel nach dem Elnbogen
aufwärts.
Die Weibchen sind, wie im Menschenge-
schlecht, minder behaart als die Männchen.
Die Original-Abbildung, wovon die ge-
genwärtige Copey genommen worden, ist,
zwar in einer gezwungenen Stellung, übrigens
aber mit der äussersten Treue, von descamp
a. 1740 nach dem lebendigen Thiere, das da-
mals in Frankreich zu sehen gewesen, verfer-
tigt, und findet sich in einem Werke, wo
man es nicht leicht suchen würde, in des
Rouener Professors le catTraité du fluide
des nerfs
.
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[Abbildung: 12. Simia satyrus.]
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12.
SIMIA SATYRVS .
Der Ostindische Waldmensch.
Der
eigentliche Orang-Utang.

Denn da Orang-Utang  das Malayische Wort
für Waldmensch ist, so sollte auch bloss diese
auf Borneo einheimische menschenähnliche Gat-
tung des Affengeschlechts mit jenem Ostindi-
schen Namen belegt werden.
Sie ist von rothbraunem Haar, und hat
keinen Nagel auf dem Daumen der Hinter-
hände.
Beide, diese und die vorige Gattung, die-
nen zum augenscheinlichsten einleuchtendsten
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Erweis der mächtigen Kluft, welche die Natur
zwischen Mensch und Affen befestiget hat: so
wie besonders der Bau der Hinterhände dieser
und aller übrigen Quadrumanen die Un-
möglichkeit erweiset, dass irgend eins dersel-
ben so wie der Mensch zum natürlichen auf-
rechten Gange bestimmt seyn könne.
Die Abbildung ist aus der Vosmaerschen
Monographie entlehnt.
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[Abbildung: 13. Simia rostrata.]
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13.
SIMIA ROSTRATA .
La Guenon à long Nez .

Also eine Simia , die nicht sima  ist. Ihr
Rüssel ähnelt zwar einer Nase durch die hori-
zontal liegenden Nasenlöcher: unterscheidet sich
aber davon gar sehr durch seine cylindrische
Form, durch eine Endfurche, womit er, wie
der Rüssel vieler anderer Thiere, eingekerbt ist;
auch dass die Nasenlöcher nicht an die Ober-
lippe stossen, sondern sich vorn nach dem
Ende des Rüssels öffnen u. s. w.
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[[14]]
Das abentheuerliche Geschöpf, das neuer-
lich von den Sundaischen Inseln nach Europa
gebracht worden, ist gegen 4 Fuss hoch, am
Rücken castanienbraun, am Bauch aber und
an Armen und Beinen graugelblich.
Die Abbildung ist aus dem siebenten (in
Deutschland noch wenig bekannten) Supple-
mentbande des Büffonischen Werks genommen.
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[Abbildung: 14. Manis tetradactyla.]
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14.
MANIS TETRADACTYLA .
Der Phatagin.

Unter den Bradypoden (oder wie Hr. Dr.
forster diese natürliche Ordnung der Säuge-
thiere nennt, Tardigrada ) zeichnen sich die
beiden Geschlechter Tatu  und Manis  durch die
sonderbaren Bedeckungen aus, womit sie an
Kopf, Rücken und Schwanz statt der behaar-
ten Haut bekleidet sind.
Die Tatu -Gattungen mit knochenartigen
Schildern und Gürteln: die Gattungen des
Manis -Geschlechts hingegen mit hornartigen
Schuppen.
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Unter den letztern ist die hier vorgestellte
die seltenste und kleinste: und da mir noch
keine der Natur getreue Abbildung davon be-
kannt ist, so habe ich diese nach einem vor-
trefflichen Original, das sich im hiesigen aca-
demischen Museum
ausgestopft befindet, aufs
genaueste verfertigen lassen. Besonders anmer-
kenswerth ist, dass alle Krallen an den 4 Zä-
hen der Vorder- und Hinterfüsse am Ende ge-
spalten
sind.
Die Nebenfigur stellt eine Rückenschuppe
in natürlicher Grösse vor.
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[Abbildung: 15. Trichechus rosmarus.]
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15.
TRICHECHVS ROSMARVS .
Das Wallross.

So allgemein bekannt dieses Seeungeheuer,
und so wichtig es wegen seiner Hauzähne für
den Nordischen Handel ist, so sehr hat es bis
jetzt an einer recht zuverlässigen, der Natur
getreuen Abbildung desselben gefehlt. Die
neueste in der letzten Cookischen Reise ist
zwar schön gestochen, aber durchaus verzeich-
net, so wie denn überhaupt der Zeichner, der
diese Reise mitgemacht hat, zwar ein ge-
schmackvoller Landschaftsmahler – aber nicht
im Stande war irgend etwas, das Leben und
Othem hat, getreu darzustellen!
Die hier gelieferte Vorstellung kommt
zwar schon in Holzschnitt in mehreren bekann-
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ten Werken des vorigen Jahrhunderts, bey de
Laët
, Worm
u. s. w. vor; aber immer nur als
eine sehr verfehlte Copey eines ganz meister-
haften, aber äusserst seltenen Original-Kupfers,
dessen Kenntniss und Besitz ich der Freund-
schaft des Hrn. Dr. forster verdanke. Es fin-
det sich dasselbe in der zwar an sich nicht un-
bekannten, sondern mehrmalen aufgelegten,
übersetzten, auch in Sammlungen eingerück-
ten kleinen classischen
Descriptio ac delineatio geographica de-
tectionis freti s. transitus ad occasum supra
terras Americanas in Chinam atque Iapo-
nem ducturi etc. etc.
die Hessel Gerard herausgegeben; aber meines
Wissens nur in der lateinischen Amsterdamer
Ausgabe von 1613. 4. und (ich weiss nicht
durch welchen Zufall) auch nur in den we-
nigsten Exemplaren derselben.
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[Abbildung: 16. Certhia coccinea.]
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16.
CERTHIA COCCINEA .

Dieser schön gefiederte Baumläufer hat ohn-
gefähr Sperlingsgrösse, und seine ferne Heimath
schränkt sich bloss auf die nach dem verstor-
benen Lord Sandwich benannte Inselgruppe des
stillen Weltmeers ein, die auf Cook’s letzter
Weltreise entdeckt worden, und wo dieser
grosse Seefahrer auf Owaihi seinen Tod ge-
funden.
Die Zeichnung ist nach einem ausge-
stopften Original in der grossen Sammlung von
Südseemerkwürdigkeiten verfertigt, die des Kö-
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[[26]]
nigs Majestät an das hiesige academische Museum
geschenkt, wo sich auch mehrere bewunderns-
würdige Arbeiten befinden, so die kunstreichen
Bewohner jener Inselgruppe aus den Federchen
dieses kleinen Geschöpfs zu verfertigen wissen.
So z. B. ein Götzenbild und ein Helm eines
Kriegers
, beide aus einer Art Korbwerk ge-
flochten und von aussen mit unzähligen dieser
Federn überzogen: ein dicht damit bedeckter
Mantel von einer filetartigen Unterlage, in
welche die Federn wie die Haare in ein Pe-
rückennetz befestigt find u.dergl.m.
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[Abbildung: 17. Serpula gigantea.]
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17.
SERPVLA GIGANTEA .

Diese ansehnliche Gattung des Wurmröhren-
Geschlechts lebt an den Küsten der Antilli-
schen Inseln
, und ist sowohl von Hrn. pallas
(in seinen miscellaneis zoologicis), als von Hrn.
home
(im LXXV. Bande der philosophical Trans-
actions
), genau beschrieben worden.
Die gegenwärtige Abbildung ist aus dem
letztgedachten Werke entlehnt, aber etwa um
die Hälfte der Lebensgrösse verkleinert.
Das sonderbare Thier besteht aus einem
auf den ersten Blick fast blumenähnlichen Vor-
dertheil, gewöhnlich von violetter Farbe, und
aus einem fleischichten meist cylindrischen Kör-
per, der mittelst eines besondern Bruststücks
in einer röhrenförmigen kalkartigen Scheide be-
festigt ist, so wie diese hinwiederum in einem
starken Corallenstamme inne sitzt. Hier z. B.
in Hrn. home’s Abbildung in einer der grossen
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Madreporen (labyrinthiformis u.a.m.) womit
ganze Inseln des Westindischen und des stillen
Oceans
überzogen sind; bey Hrn. pallas hinge-
gen in einer Millepora alcicornis .
Am Vordertheile, den das Thier willkühr-
lich entweder aus seiner Scheide herausstrecken
und entfalten, oder wieder zusammenlegen und
in dieselbe zurückziehen kann, sind besonders
die zwey grossen blüthenartigen Kolben zu be-
merken, die wie aus einem spiralförmig gewun-
denen Blatte zusammengerollt scheinen, und an
welchen eine tutenförmige Röhre anliegt, die
mit kleinen klauenförmigen Haken in ihrer
Mündung versehen ist.
Vermuthlich dienen jene Kolben dem
Thiere, um sich damit seine Nahrung herbey
zu ziehen: die Klauen in der Röhre aber, um sie
dann aufzufassen und in die Bauchhöhle zu brin-
gen, aus welcher denn der Unrath durch eine
Oeffnung am hintern Ende des Körpers abgeht,
die in der Zeichnung durch eine eingesteckte
Borste angedeutet ist.
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[Abbildung: 18. Vier Glieder des Säulen-Basalts von Giant’s Causeway.]
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18.
Vier Glieder des Säulen-Basalts von
Giant’s Causeway.

In den bisherigen Abbildungen dieser merk-
würdigsten aller Basalte, so viel mir ihrer
noch vorgekommen, ist die überaus sonder-
bare Form der Glieder entweder nicht deutlich
genug ausgedrückt, oder aber in der Vorstel-
lung offenbar verkünstelt und übertrieben: das
letztere ist zumal der Fall mit den bekannten
beiden grossen Kupfertafeln, die Vivaresa. 1744
nach den Zeichnungen der Susanna Drury her-
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ausgegeben, und die auch im grossen Diction-
naire encyclopedique
nachgestochen worden.
Die gegenwärtige Zeichnung ist ganz nach
der Natur von vier ausnehmend schönen und
zusammenpassenden Gliedern genommen, wo-
mit der Hr. Graf bristol, Bischof von Derry,
meine Sammlung bereichert hat. Sie sind zu-
sammen über 2 Fuss 4 Zoll hoch, halten 1 Fuss
3 Zoll im Durchmesser, und auf 400 Pfund
am Gewicht.
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[Abbildung: 19. Backenzahn A. vom fossilen OhioincognitumDas Objekt ist derzeit nicht auffindbar..Backenzahn B. vom Asiatischen Elephanten. Backenzahn C. vom Africanischen ElephantenDas Objekt ist derzeit nicht auffindbar..]
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[[37]]

19.
Die verschiedene Form der Backenzähne
von dreyerley grossen Säugthieren;
nämlich:

A. vom fossilenOhio-Incognitum ,
B. vom AsiatischenElephanten,
C. vom Africanischen.

Bey jenem fossilen Ungeheuer der präadami-
tischen Vorwelt sind die zackichten Kronen
ganz mit einer starken Lage vom so genannten
Schmelz (substantia dentium vitrea ) überzogen:
da hingegen die Backenzähne beider Gattungen
des Elephantengeschlechts aus vertical liegen-
den abwechselnden Schichten von Schmelz und
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Knochensubstanz bestehen. Nur bilden jene
beym Elephas asiaticus  geschlängelte an beiden
Enden paarweis zusammenlaufende Linien; hin-
gegen beym africanus  rautenförmige Leisten.
Diese Zähne der beiderlei Elephanten sind
nach Originalen im hiesigen academischen Mu-
seum
gezeichnet:
Der vom fossilenIncognitum  hingegen
nach einem Ungeheuern am Ohio ausgegrabe-
nen Exemplar, das mir aus dem Britischen
Museum
für meine Sammlung überlassen
worden.
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[Abbildung: 20. Murex contrarius, fossilisDie Objekte sind derzeit nicht auffindbar..]
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20.
Der fossileMUREX CON-
TRARIVS
 
.

Ein Beyspiel statt vieler zur Warnung, dass
man nicht gewisse Petrefacten zu voreilig auf
Originale in der jetzigen Schöpfung referire,
denen sie wohl auf den ersten Blick ähneln,
aber bey strengerer Prüfung doch ganz speci-
fisch von denselben verschieden sind.
Hier dieser fossileMurex  von Harwich
an der Küste von Essex ähnelt freylich dem
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allgemein bekannten frischenMurex despectus 
des Nordischen Weltmeers, ein Hauptunter-
schied ist aber der, dass dieser frische, wie die
mehrsten Schnecken in der Schöpfung, rechts
gewunden
, jener fossile hingegen allemal links
gewunden
ist (anfractibus sinistris s. contrariis ).
Beide Figuren sind in natürlicher Grösse
nach zwey Originalen verschiedenen Alters in
meiner Sammlung verfertigt.
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Abbildung



Kupferstich von Seite 4
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Abbildung



Kupferstich von Seite 8
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Abbildung



Kupferstich von Seite 11
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Abbildung



Kupferstich von Seite 15
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Abbildung



Kupferstich von Seite 19
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Abbildung



Kupferstich von Seite 23
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Abbildung



Kupferstich von Seite 27
Digitalisat/53