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Abbildungen
naturhistorischer Gegenstände

herausgegeben
von

Joh.Fried. Blumenbach.

10tes Heft
Nro 91–100.

Göttingen
bey Heinrich Dieterich

1810.
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  • Cercopithecus seniculus .
  • Sus aethiopicus .
  • Lutra brasiliensis .
  • Balaena mysticetus .
  • Delphinus delphis .
  • Paradisea alba .
  • Struthio casuarius .
  • Draco volans .
  • Squalus zygaena .
  • Exocoetus mesogaster .
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[Abbildung: 91. Cercopithecus seniculusDie Objekte sind vermutlich nicht mehr vorhanden..]
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91.
CERCOPITHECVS SENICVLVS .
Der rothe Brüllaffe.

Seit 1648 da Marcgrav’s reichhaltiges
Werk über die Naturgeschichte von Brasilien
erschien, ist viel wundersames von Musicanten-
affen
geschrieben worden, die in jenem Zau-
berlande so wie in den Waldungen des benach-
barten Südamerica in Chören zusammenhausen
und täglich zweymal zu gesetzter Zeit unter
der Anführung eines Vorsängers ein weitertö-
nendes Vocalconzert anstimmen sollen u. s. w. –
So abentheuerlich auch die Erzählung, zumal
nach der Ausschmückung späterer Referenten
klingt, so giebt sie doch einen Beweis unter
tausenden, dass in der Naturgeschichte so we-
nig als in der politischen irgend eine noch so
seltsame Sage existirt, die nicht durch etwas
wahres veranlasst seyn sollte. Denn allerdings
finden sich unter dem weitläufigen Geschlecht
der Meerkatzen (wie man insgemein die Qua-
drumanen der neuen Welt nennt) wenigstens
zwey von einander verschiedene Gattungen, die
zu hunderten beysammen auf den Bäumen le-
ben, und früh und Abends, am stärksten aber
bey bevorstehendem Regenwetter oder Ungewit-
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ter, ihr betäubendes Geschrey ertönen lassen,
das wenigstens stundenweit hörbar ist, dessen
Ton im kleinen oder einzeln mit dem durch-
schneidenden Geknarre von schlecht geschmier-
ten Wagenrädern verglichen, und durch ein
ganz eignes Organ, nemlich eine grosse knö-
cherne Resonanzblase vorn an dem dadurch
stark aufgetriebenen Kehlkopf hervorgebracht
wird. Beide Gattungen sind noch von neuern
Zoologen als blosse Spielarten mit einander ver-
wechselt worden. Die kleinere von beiden, die
Büffon unter dem Guianschen Namen von
Alouate  beschreibt ist hier nach der Natur,
nemlich nach zwey ausgestopften Exemplaren
abgebildet, die sich in der grossen mehrere
hundert Numern begreifenden Sammlung von
Americanischen Thieren befindet, die unsers
KÖNIG’S MAJESTÄT während IHRES Aufent-
halts in Westindien zusammenbringen lassen
und unser academisches Museum damit zu be-
reichern die Gnade gehabt.
Das grössere der beiden Individuen hat am
Leibe etwa die Grösse vom Fuchs; beide sind
braunroth und am Halse sehr langzottig. Mit
dem ausnehmend gelenken Rollschwanz, der
ihnen so wie andern Sapajous  gleichsam zur
5ten Hand dient, schlingen sie sich, auch wenn
sie angeschossen worden, fest um den Ast auf
dem sie sitzen, so dass man daher oft vertrock-
nete an Bäumen hängen sieht.
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[Abbildung: 92. Sus aethiopicusDas Objekt, ein ausgestopfter Warzenschweinkopf, ist derzeit nicht auffindbar..]
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92.
SVS AETHIOPICVS .
Das Emgalo.

Dieses ungeschlachte Geschöpf, das sich in
Süd-Africa im Lande der Namaquahottentotten
und Caffern findet, ist erst in den 60gern des
vorigen Jahrhunderts
näher bekannt worden,
da ein vom Cap gebrachtes lebendiges Junges in
der damaligen Menagerie im Haag zu sehen ge-
wesen. Ausgewachsen erreicht es fast die Grösse
der wilden Sau, ist bräunlichgrau von Farbe,
und giebt einen ganz eignen Geruch, wie Schab-
zieger, von sich. Wegen seines schnellen und
unermüdbaren Laufes nennens die Capschen
Holländer de Hartlooper . Durch diese Schnel-
ligkeit und den wüthigen Gebrauch den das
Thier im Zorn von seinem starken Nacken und
seinen Hauzähnen macht, wird es so furchtbar,
dass die Hottentotten weit lieber auf einen Lö-
wen als auf dieses Schwein Jagd zu machen
wagen. Die Abbildung ist im Ganzen aus der
in Vosmaer’s Monographie, der Kopf aber
nach der Natur von einem mächtig grossen
Exemplar genommen, das ich der Güte des Herrn
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Pastor Hesse in der Capstadt verdanke. Die
obern Hauer ragen an diesem vortrefflich erhal-
tenen Kopfe 9 1/2 Zoll aus dem Kiefer heraus;
und die kleinern sind bey geschlossenem Maule
vorn wie in eine Furche jener grössern so dicht
angefügt, dass man beide auf den ersten Blick
für einen einzigen Hauzahn halten sollte.
Merkwürdig ist dabey die Verschiedenheit der
Substanz dieser beiderley Zähne, da nur die
untern mit Schmelz überzogen, die obern
grossen hingegen fast elfenbeinartig oder wie die
Vorderzähne des Nilpferds sind*)
*) 
Beyläufig bemerke ich, dass an diesem Kopfe auf
jeder Seite Ein sehr grosser Backzahn, und vor
zweyen derselben noch ein sehr kleiner Rest ei-
nes andern mit fast ganz abgeschliffener Krone
und grösstentheils absorbirter Wurzel befindlich,
aber keine Spur weder von Vorderzähnen noch
von vormaligen Alveolen derselben zu erkennen
ist, die man hingegen bey noch unerwachsnen
solchen Emgalos gefunden; was dann auf gele-
gentliche genauere Untersuchung des Zahnwech-
selns bey diesem sonderbaren Thiere immer
mehr aufmerksam machen muss.
.
Andere specifische Eigenheiten, wie die
mächtige Breite des Rüssels, die anomalischen
Fleischlappen unter den Augen, ein Paar klei-
nere Höcker hinter den Maulwinkeln u.dergl.
mehr, fallen von selbst in die Augen.
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[Abbildung: 93. Lutra brasiliensisDas Objekt ist vermutlich nicht mehr vorhanden..]
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93.
LVTRA BRASILIENSIS .
Die Brasilische Flussotter, der Wasserwolf.

Das schöne zuerst vom wachern Marcgrav
beschriebene Thier ist im wärmem zumal öst-
lichen und innern Süd-America zu Hause und
neuerlich oft mit der köstlichen Seeotter, von
der Pelzküste und dem Russischen Nordarchi-
pel
, verwechselt worden. Aber schon die
blosse Ansicht dieser Abbildung verglichen mit
einer von jener Meerotter, z. B. in Cook’s
letzter Weltreise
, muss die unverkennbare auf-
fallende Verschiedenheit der Totalform zwi-
schen beiden zeigen. Ueberdem aber lebt ja
die Lutra marina  an den Seeküsten, hier diese
hingegen in den Flüssen und Landseen. Jene
ist schwarz Atlasglänzend; diese Nussbraun
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mit weissem Kinne, und was dergl. Verschieden-
heiten mehr sind.
Doch wird auch diese ihres schönen Felles
wegen geschätzt, und deshalb von den Ameri-
canischen Indianern geschossen; eingefangene
Junge aber, zumal von den Abiponischen Wei-
bern gezähmt, und häufig an ihrer Brust gestillt.
Die Abbildung ist nach einem fast 6 Fuss
langen ausgestopften Exemplar in der schon
gedachten grossen Sammlung die das academi-
sche Museum
der Gnade SEINER MAJESTÄT
DES KÖNIGS
verdankt.
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[Abbildung: 94. Balaena mysticetus.]
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94.
BALAENA MYSTICETVS .
Der (eigentlich sogenannte) Wallfisch.

Sonderbar dass gerade von diesem grössten aller
belebten Wesen in unsrer Schöpfung, das von
tausenden von Europäern gesehen worden, und
überdem von einer so einfachen Gestaltung
ist, dass ein nur mittelmässiger Zeichner seine
Totalform kaum sollte verfehlen können, doch
die bisher bekannten Abbildungen aufs aben-
teuerlichste von einander abweichen. Da ich
mich hier bey der Wahl einer derselben auf
fremdes Urtheil verlassen musste, so habe ich
mehreren meiner Zuhörer die in Grönland und
Spitzbergen gewesen und vielen andern Perso-
nen die dem Wallfischfange beygewohnt, alle
diese so verschiedenen Zeichnungen vorgelegt,
und alle haben der deshalb hier gewählten bey
weiten den Vorzug gegeben. Sie ist aus der-
selben eben so wichtigen als wenig bekannten
Quelle entlehnt, woraus schon früher in diesen
Heften auch die meisterhafte Abbildung des
Wallrosses genommen war; nemlich aus Hes-
sel Gerard’s
descriptio geographica transitus
supra terras Americanas in Chinam
.
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[[18]]
Das für den Handel so wichtige Thier giebt
übrigens ein merkwürdiges Beyspiel welchen
Einfluss die Veränderlichkeit der Moden auf
denselben haben kann. Noch vor 50 Jahren
war ausser dem Thran den diese Gattung von
Cetaceen in bey weitem grösster Menge liefert,
auch das Fischbein von sehr bedeutendem Wer-
the das fast ausschliesslich von diesem eigent-
lich so genannten Wallfisch genommen wird,
da das von andern Gattungen des Balänen-Ge-
schlechts wenig brauchbar ist. Seit aber keine
Schnürbrüste und Reifröcke mehr getragen wer-
den, bleibt die übrige Consumtion des Fisch-
beins im Ganzen kaum der Rede werth. Wie
gross aber hingegen die des Thrans ist, davon
kann ich ein sehr zuverlässiges Datum anführen,
da ich durch die Güte des würdigen Herrn
Planta
Oberbibliothekars am Britischen Mu-
seum
, aus der allersichersten Quelle die genauen
Angaben der Consumtion von Thran in England
von einer Reihe Jahre nach einander erhalten
habe, welchen zufolge dieselbe z. B. in den letz-
ten 80ger Jahren jährlich auf 11000 Tonnen, die
Tonne zu 30 Guineen, folglich zusammen 346,500
Pfund Sterling, betrug. Dass zwar nicht aller
Thran aber doch der mehrste von dem Wallfisch
genommen wird von welchem hier die Rede ist,
braucht keiner Erinnerung.
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[Abbildung: 95. Delphinus delphisDie Zeichnung ist derzeit nicht auffindbar.Die Münze ist nicht mehr vorhanden..]
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95.
DELPHINVS DELPHIS .
Der (eigentliche) Delphin, Tümmler.

Die durch ihre weite Verbreitung in den ver-
schiedensten Weltmeeren bekannteste, so wie
durch die mancherley wunderbaren Sagen bey
den ältern Naturforschern berühmteste Gattung
des Delphin-Geschlechts. Manche dieser Sagen
sind nur übertrieben, wie wenn Plinius den
Tümmler das schnellste aller Thiere, und zwar
nicht bloss der im Wasser lebenden nennt, denn
es sey schneller als ein Vogel, schneller als ein
abgedruckter Pfeil. Sonst ist die Geschwindig-
keit bekannt womit er schwimmt, und La-
billardière
glaubt dass der grosse Vorzug des
schnellen ruderns der Südseefahrzeuge, nament-
lich an den freundlichen Inseln, Tongatabu etc.
darin beruhe, dass die dasigen Insulaner die Form
des Kiels derselben genau nach der vom Bauche
des Tümmlers bilden.
Andre jener Sagen wie von der Philanthropie
des Delphins, seinem Sinn für Musik etc. schei-
nen wenigen Grund zu haben, wenn sie auch
gleich durch spätere Erzählungen haben erhärtet
werden sollen. Denn so versichert z. B. der cu-
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riose Pater Schott, in seiner an Wundern der
Art überschwenglich reichen Magia vniuersalis
dass auf einer Reise von Neapel nach Messina,
als er mit seinen Gefährten das Te deum und die
Loretto-Litaney gesungen ecce agminatim del-
phini occurrunt, nauiculam circumnatant, in al-
tum exiliunt, comitantur ad longissimum spatium,
nec nisi finito concentu discedunt.
 
Uebrigens ist dieser Delphin das kleinste von
allen Cetaceen, dessen Länge schwerlich 10 Fuss
übersteigt.
Die Abbildung ist von einer trefflichen Zeich-
nung
unsers unvergesslichen G. Forster’s ge-
nommen, die ich nebst einer Menge andrer, die
er sämmtlich auf seiner Reise um die Welt an
Ort und Stelle verfertigt, aus dem Nachlasse
seines Vaters besitze. Als Parergon ist eine der
wunderschönen antiken grossen Silbermünzen
von Syrakus
, mit dem Kopfe der Arethusa (oder
Proserpina) beygefügt, nur um an den Delphi-
nen, womit derselbe umgeben ist, ein Beyspiel
der Treue und der Lebendigkeit zu geben, mit
welcher die alten Griechischen Künstler ihre
Thiere dargestellt haben; da hingegen von den
Neuern kaum ein andres Thier so monstros ent-
stellt wird als eben dieser Delphin, wie zu Ei-
nem Beyspiel statt aller die klägliche Figur des-
selben auf den Titelkupfern der in vsum Delphini 
herausgegebenen Classiker, ausweisst.
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[Abbildung: 96. Paradisea alba.]
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96.
PARADISEA ALBA .
Der weisse Paradiesvogel mit 12 borsten-
ähnlichen Schwanzfedern.

Eins der seltensten Stücke in meiner Samm-
lung; da ausser diesem nur noch zwey andre
Exemplare davon in Europa bekannt sind. Eins
in dem reichen Cabinet des Herrn Raye van
Breukelerwaert
, in Amsterdam, und das
andre bey Herrn Gibson, in London. Allen
dreyen sind aber, wie das so gewöhnlich mit
den Paradiesvögeln schon in ihrer Heymath ge-
schieht, die Beine abgeschnitten; eine Proce-
dur, wodurch weiland der Wahn, dass diese
Wundervögel von Natur ohne Beine wären, so
fest wurzelte, dass Magellan’s Reisegefährte,
Anton Pigafetta, selbst noch von dem ge-
lehrten Zoologen Aldrovandi, arger Auf-
schneiderey gezeihet ward, weil er in seiner
Beschreibung der ersten Reise um die Welt,
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[[26]]
sich sogar erdreistet habe, den Paradiesvögeln
Beine anzudichten!
Den hier abgebildeten weissen, der am Leibe
ohngefähr die Grösse einer Drossel hat, nennt
Valentyn in seinem classischen Oostindien den
seltensten von allen, und sagt, er finde sich
auf Waygehoe oder Wadjoe, einer kleinen In-
sel bey Neu-Guinea.
Nachstehende Beschreibung enthält die aus-
zeichnenden Kennzeichen desselben:
PARADISEA alba .capite, collo et pectore ni-
gro-violaceis (quasi ho-
losericeis)
 
.
humeribus viride lunato-
virgatis
 
.
pennis hypochondriis cor-
pore longioribus luteo-
albidis
 
.
rectricibus duodenis nigris,
setaceis
 
.
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[Abbildung: 97. Struthio casuarius.]
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[[29]]

97.
STRVTHIO CASVARIVS .

Der Casuar ist bekanntlich nächst dem Straus
einer der grössten, aber ebenfalls zum Flug
unfähigen Vögel, der durch die erste, welt-
historisch merkwürdige Seefahrt der Holländer
nach Ostindien, die Corn.Houtmana.1595
unternahm, in Europa bekannt worden. Er
wird auf fünf Fuss hoch, und sein borstiges
Gefieder vergleicht der wackre Adam Olea-
rius
nicht uneben mit einem Bärenfelle. In
seinen stämmigen Beinen hat er mächtige Stär-
ke, so dass er mit der innern scharfen Kralle
wohl daumensdicke Breter in kurzem durchzu-
hauen vermag.
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[[30]]
Die Abbildung ist im Ganzen von einem
herrlichen seltnen Blatte, das der grosse Künst-
ler Peter Boel meisterhaft geätzt hat, genom-
men, aber nach der Natur eines trefflichen
ausgestopften Exemplars, im academischen Mu-
seum
, und nach dem Leben eines, der vor
kurzem hier zu sehen war, revidirt.
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[[32]]
[Abbildung: 98. Draco volans.]
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[[33]]

98.
DRACO VOLANS .
Die fliegende Eidechse.

Diese harmlose Eidechse ist hier in Lebens-
grösse nach einem vorzüglich gut erhaltnen
Exemplar in meiner Sammlung abgebildet, an
welchem noch die ganze saubre Zeichnung un-
verändert geblieben. Die flügelähnliche Seiten-
haut kann durch 6 auf jeder Seite befindliche
grätenförmige Rippen ausgespannt werden, hilft
dem Thiere aber doch nicht so wie den Fleder-
mäusen ihre durch grätenähnliche Finger be-
wegliche Membran zum wirklichen flattern, son-
dern dient ihnen bloss, wie dem fliegenden
Eichhorn die seinige, statt Fallschirm, um da-
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[[34]]
mit einen weiten Satz von der Höhe herab wa-
gen zu dürfen.
Die Nebenfigur zeigt ausser den gezähnelten
Rändern beider Kiefer die Mündung des cylin-
drischen Kehlkopfs hinter der Zungenwurzel,
und die von dem obern Exemplar etwas ab-
weichende Gestalt des sogenannten Kehlbeutels.
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[[36]]
[Abbildung: 99. Squalus zygaenaDas Objekt ist vermutlich nicht mehr vorhanden..]
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[[37]]

99.
SQVALVS ZYGAENA .
Der Hammerfisch.

Ein Hayfisch, der an Grösse manchen an-
dern Gattungen seines Geschlechts weit nach-
steht, da er nur etwa 9 Fuss lang wird, und dann
doch gegen 5 Centner am Gewicht halten soll;
der aber an furchtbarer Gefrässigkeit, wie Fors-
kål
versichert, den Menschen furchtbarer,
als selbst der Carcharias (Requin)  seyn soll. Was
ihn aber nicht nur von allen Fischen, sondern
überhaupt von allen sonst bekannten rothblü-
tigen Thieren auszeichnet, ist die abentheuer-
liche Gestaltung seines Kopfs, wovon er den
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deutschen Nahmen hat, und vor allem die ano-
malische Lage seiner Augäpfel, die nach Ver-
hältniss an längern Sehenerven weiter auseinan-
der stehen, als bey irgend einem andern Ge-
schöpfe aus den vier Classen der eben genannten
Hauptabtheilung des Thierreichs.
Nach einem ausgestopften Exemplar in mei-
ner Sammlung.
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[[40]]
[Abbildung: 100. Exocoetus mesogasterDas Objekt ist vermutlich nicht mehr vorhanden..]
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[[41]]

100.
EXOCOETVS MESOGASTER .
Einer der sogenannten fliegender Häringe.

Es sind in diesen Heften Vögel vorgekom-
men, die nicht fliegen können, wie Straus, Ca-
suar, Penguin; und hinwiederum mit Flatter-
häuten versehene Säugethiere und Amphibien;
und so nun auch hier einer der fliegenden, d. h.
mit so langen Brustflossen versehenen Fische,
dass sie sich damit ziemlich hoch über das Was-
ser erheben und mit grosser Schnelligkeit in der
freyen Luft fortbewegen können. Hier diese
Gattung zeigt sich zumahl im Westen des At-
lantischen Oceans
, in Fluchten zu Hunderten,
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die ohngefähr so weit als ein Rebhuhn in Einem
Satze fliegen. Sie ist die seltenste in ihrem Ge-
schlecht, und zeichnet sich von andern Exocö-
ten durch die Stellung der Bauchflossen an der
Mitte des Unterleibes, und dadurch aus, dass
die mittlern Stralen in denselben die läng-
sten sind.
Die Abbildung ist von einem 9 Zoll langen
Exemplar in meiner Sammlung genommen, und
weicht in Manchem, besonders in Verhältniss
der Gräten in den Flossen, von der in Bloch’s
grossem Werke ab, die aus Plümier’s Zeich-
nungen entlehnt ist.
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Kupferstich von Seite 4
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Kupferstich von Seite 8
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Kupferstich von Seite 12
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Kupferstich von Seite 16
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Kupferstich von Seite 20
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Kupferstich von Seite 24
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Kupferstich von Seite 28
Digitalisat/53