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J.H. Voigts
Siebenten
Bandes
Jahrgang
Weimar ,
im Verlage des Landes-Industrie-Comptoirs.
1804 .


VIII.



Anno 998 ist ein groß Donnerwetter zu
mittem
Sommer gewesen, und sind in demselben zween
große Steine vom Himmel gefallen, einer in die
StadtMagdeburg , der andere über die Elbe ins
Feldt. –
Cyr. Spangenbergs Mansfeldi-
sche Chronica 1572. Fol. S. 157. 




„Cecidere ad Miscocium oppidum quin-
que praegrandes instar humani capitis lapi-
des, luteo et ferrugineo colore, gravi pon-

dere; sulphureoque odore,
quum clarum coe-
lum subito fulgure et tonitribus, terribili-
que aëris commotione repente conturbatum
fuisset, iis mox puncto temporis quiescen-
tibus. Quorum unum in arceDiosgioriana
hodieque asservatur, caeteros Sigismundus
Balassius ad Ferdinandum misit. –
Regni
Hungarici per Nic. Isthwanffium ed.
Colon. 1685. fol. pag. 258. 










Göttingen ,

[titlePage_recto]
J.H. Voigts
Magazin
für den neuesten
Zustand
der
Naturkunde,
mit Rücksicht auf die dazu
gehörigen
Hülfswissenschaften.
Siebenten
Bandes
III. Stück.
Jahrgang1804.
März .
März
im Verlage des Landes-Industrie-Comptoirs.

[[I]]

[[II]]

[233]
VIII.
Noch ein Beitrag zur
Geschichte der vom Himmel
gefallenen Aerolithen
oder Meteorsteine,
von
J.F.Blumenbach.
Erst noch eine kleine Nachlese zu den ansehn-
lichen chronologischen Verzeichnissen, die der Hr. Dr.
Chladni u. a. vorzüglich aber der Hr. Oberappel-
lationsrath von Ende in seinem Werke über Mas-
sen und Steine die aus dem Monde auf die Erde
gefallen sind, von diesem höchstmerkwürdigen Phä-
nomene gegeben haben. Manche von den nachste-
henden Fällen sind in diesen Verzeichnissen noch gar
nicht aufgestellt, von andern folgen wenigstens hier
ausführlichere Notizen.
lichen chronologischen Verzeichnissen, die der Hr. Dr.
Chladni u. a. vorzüglich aber der Hr. Oberappel-
lationsrath von Ende in seinem Werke über Mas-
sen und Steine die aus dem Monde auf die Erde
gefallen sind, von diesem höchstmerkwürdigen Phä-
nomene gegeben haben. Manche von den nachste-
henden Fällen sind in diesen Verzeichnissen noch gar
nicht aufgestellt, von andern folgen wenigstens hier
ausführlichere Notizen.
Meines Wissens ist der berühmte Stein von
Aegos Potamos , dessen selbst in der Parischen
Chro-
nik gedacht wird, bisher als das älteste Beispiel der
Art angegeben worden. Vielleicht läßt sich aber ein
fast tausend Jahr älteres aus der biblischen Ge-
schichte, nämlich aus der Erzählung von Josua’s Sieg
über die fünf Könige der Amoriter beyGibeon nach-
weisen, da wenigstens in der Vulgata die Ueber-
schrift des 10ten Kap. vom Buch Josua ausdrücklich
sagt:
nik gedacht wird, bisher als das älteste Beispiel der
Art angegeben worden. Vielleicht läßt sich aber ein
fast tausend Jahr älteres aus der biblischen Ge-
schichte, nämlich aus der Erzählung von Josua’s Sieg
über die fünf Könige der Amoriter bey
weisen, da wenigstens in der Vulgata die Ueber-
schrift des 10ten Kap. vom Buch Josua ausdrücklich
sagt:

[234]
pluit lapides
und der IIte Vers mit den Worten beginnt:
cumque
fugerent filios Israel, et es-
sent in descensuBeth-horon , Do-
minos misit super eos lapides magnos
de coelo, usque adAzéca etc.
sent in descensu
minos misit super eos lapides magnos
de coelo, usque ad
Dr. Luther hat das zwar durch großen
Hagel
übersetzt, und dabei hats auch der Ritter Michae-
lis bewenden lassen; um so begieriger ward ich
aber, mir von unserm Hrn. Prof. Tychsen gütige
Belehrung darüber aus dem Grundtexte zu erbitten,
die er mir folgender maßen gefälligst ertheilt hat:
übersetzt, und dabei hats auch der Ritter Michae-
lis bewenden lassen; um so begieriger ward ich
aber, mir von unserm Hrn. Prof. Tychsen gütige
Belehrung darüber aus dem Grundtexte zu erbitten,
die er mir folgender maßen gefälligst ertheilt hat:
„Die Stelle quaest. heißt, genau übersetzt:
Et cum fugerent
(Cananaei) coram Israeli-
tis, ipsique essent in descensuBeth-ho-
ron , Jova demisit super eos lapides ma-
gnos ex coelo, usque adAsec (vrbem),
et
mortui sunt. Plures erant qui morerentur
lapidibus grandinis, quam qui caedeban-
tur ab Israelitis gladio“ .
tis, ipsique essent in descensu
ron
gnos ex coelo, usque ad
mortui sunt. Plures erant qui morerentur
lapidibus grandinis, quam qui caedeban-
tur ab Israelitis gladio“ .
„Das Wort abanim heißt stets Steine im
eigentlichen Sinne, wenn es ohne Beisatz steht.
Hier steht noch dabei große Steine, wo man also,
eigentlichen Sinne, wenn es ohne Beisatz steht.
Hier steht noch dabei große Steine, wo man also,

[235]
wenn nichts weiter darauf folgte, nur an eigent-
lichen Steinregen würde denken können. Allein
der Verf. setzt hinzu lapides grandinis , Hagel-
steine. Dieß letztere Wort das nur noch Jes.
Kap. 30, V. 30 vorkommt, scheint großen Ha-
gel, Schloßen zu bedeuten. Aber im Josua muß
man die alte, mündliche oder schriftliche Sage von
der spätern Redaction, die dem Buche seine jetzige
Gestalt gab, unterscheiden. In jener steht, große
Steine fielen vom Himmel; das folgende: Es
starben mehr von den Hagelsteinen etc.
scheint Anordnung oder mildernde Erklärung des
Sammlers oder Redakteurs zu seyn, die übrigens
ganz richtig seyn mag.“
lichen Steinregen würde denken können. Allein
der Verf. setzt hinzu lapides grandinis , Hagel-
steine. Dieß letztere Wort das nur noch Jes.
Kap. 30, V. 30 vorkommt, scheint großen Ha-
gel, Schloßen zu bedeuten. Aber im Josua muß
man die alte, mündliche oder schriftliche Sage von
der spätern Redaction, die dem Buche seine jetzige
Gestalt gab, unterscheiden. In jener steht, große
Steine fielen vom Himmel; das folgende: Es
starben mehr von den Hagelsteinen etc.
scheint Anordnung oder mildernde Erklärung des
Sammlers oder Redakteurs zu seyn, die übrigens
ganz richtig seyn mag.“
„Eine ähnliche Sage giebt es in der griechi-
schen Mythologie, vom Herkules, dem in seinem
Kampf mit den Söhnen des Neptun beiMassilia ,
Jupiter einen Steinregen (– freilich ganz ande-
rer Art, nämlich die bekannteCrau –) zu
Hülfe
geschickt habe.Strabo IV. 183.
Casaub.
schen Mythologie, vom Herkules, dem in seinem
Kampf mit den Söhnen des Neptun bei
Jupiter einen Steinregen (– freilich ganz ande-
rer Art, nämlich die bekannte
geschickt habe.
„Mela II.
5. setzt hinzu: credas pluisse,
adeo multi passim et late jacent (lapides). “
adeo multi passim et late jacent (lapides). “
***

[236]
Nun einige Steinregen aus den spätern Jahr-
hunderten. Freilich die erstern beiden nur auf die
Autorität eines wackern, aber doch nicht gleichzeiti-
gen Chronisten.
hunderten. Freilich die erstern beiden nur auf die
Autorität eines wackern, aber doch nicht gleichzeiti-
gen Chronisten.
***
Sommer gewesen, und sind in demselben zween
große Steine vom Himmel gefallen, einer in die
Stadt
Feldt.
sche Chronica 1572. Fol. S. 157.
***
Anno 1304 fielen glüende heiße Steine in
einem
Donnerwetter vom Himmel beiFriedeburg an der
Sala , und waren
dieselben Steine kohlschwarz und
so hart als Eisen, und wo die hinfielen verbrannten
und versengten sie das Graß, als ob ein Kolfeuer
da gewesen wäre.Id. ibid, S. 329. 8.
Donnerwetter vom Himmel bei
Sala
so hart als Eisen, und wo die hinfielen verbrannten
und versengten sie das Graß, als ob ein Kolfeuer
da gewesen wäre.
***
Da der ohnehin berühmteste aller Aërolithen
der Anno1492 bei Ensisheim im
Ober-Elsas ge-
der Anno

[237]
fallen, auch aus wissenschaftlicher Rücksicht, (–
da
er sich nach seinen äußern Kennzeichen von
allen übrigen bekannten unterscheidet –) ganz vor-
züglich interessant ist, so glaube ich auf den Dank
der Leser rechnen zu können, wenn ich ihnen zwei
denselben betreffende gleichzeitige und doch wenig be-
kannte Urkunden mittheile. Die alte Inscription
nämlich, die auf einer Tafel in der Kirche zuEnsis-
heim neben dem Steine
zu lesen war; und dann ei-
nen Passus über dieses himmlische Kleinod aus ei-
nem Manifeste Kaisers Maximilian des Iten.
Jene hat ein sehr geschätzter Zuhörer von mir, Hr.
Blöchel ausStrasburg an Ort und Stelle für
mich abgeschrieben. Das teutsche Original war
meines Wissens bis jetzt ungedruckt; Uebersetzungen
und Auszüge davon sind hingegen in mehrern Pa-
riser Blättern bekannt gemacht.
er sich nach seinen äußern Kennzeichen von
allen übrigen bekannten unterscheidet –) ganz vor-
züglich interessant ist, so glaube ich auf den Dank
der Leser rechnen zu können, wenn ich ihnen zwei
denselben betreffende gleichzeitige und doch wenig be-
kannte Urkunden mittheile. Die alte Inscription
nämlich, die auf einer Tafel in der Kirche zu
heim
nen Passus über dieses himmlische Kleinod aus ei-
nem Manifeste Kaisers Maximilian des Iten.
Jene hat ein sehr geschätzter Zuhörer von mir, Hr.
Blöchel aus
mich abgeschrieben. Das teutsche Original war
meines Wissens bis jetzt ungedruckt; Uebersetzungen
und Auszüge davon sind hingegen in mehrern Pa-
riser Blättern bekannt gemacht.
***
„A. D.1492 uff Mittwochen nechst vor Mar-
tini den 7ten Tag Novembris geschah ein
seltsam
Wunderzeichen; dann zwischen der eilfften und der
zwölfften Stund zu Mittagzeit kam ein großer Don-
derklapff und ein lang Getöß welches man weit und
breit hört, und fiel ein Stein von den Lüfften her-
ab beyEnsisheim in ihrem Bann, der wog Zwey-
hundert und sechzig Pfund, und war der
tini den 7ten Tag Novembris
Wunderzeichen; dann zwischen der eilfften und der
zwölfften Stund zu Mittagzeit kam ein großer Don-
derklapff und ein lang Getöß welches man weit und
breit hört, und fiel ein Stein von den Lüfften her-
ab bey
hundert und sechzig Pfund, und war der

[238]
Klapff anderswo viel größer dann allhier: da
sahe
ihn ein Knab in eim Acker im obern Feld, so gegen
Rhein und Ill zeucht, bey dem Gisgang
gelegen,
schlagen, der war mit Waitzen gesäet und thet ihm
kein Schaden als daß ein Loch innen würd. Da
führten sie ihn hinweg, und ward etwa mannich
Stück davon geschlagen: das verbot der Landvogt;
Also lies man ihn in die Kirche legen, ihn wil-
lens dann zu einem Wunder aufzuhencken, und
kamen viel Leut allher den Stein zu sehen, auch
wurden viel seltsam Reden von dem Stein gere-
det. Aber die Gelehrten sagten sie wissen nicht
was es wär *)
ein solcher Stein sollt von den Lüfften herabschla-
gen, besonders es wäre ein Wunder Gottes, denn
es zuvor nie erhört, gesehn noch geschrieben be-
funden worden wäre. Da man auch den Stein
fand, da lag er bey halb Manns tief in der Er-
den, welches jedermann dafür hält daß es Gottes
Wille wär daß er gefunden würde. Und hat man
den Klapff zuLucern , zu Pfillingen und sonst an
viel Orten so groß gehört daß die Leut meynten
ihn ein Knab in eim Acker im obern Feld, so gegen
schlagen, der war mit Waitzen gesäet und thet ihm
kein Schaden als daß ein Loch innen würd. Da
führten sie ihn hinweg, und ward etwa mannich
Stück davon geschlagen: das verbot der Landvogt;
Also lies man ihn in die Kirche legen, ihn wil-
lens dann zu einem Wunder aufzuhencken, und
kamen viel Leut allher den Stein zu sehen, auch
wurden viel seltsam Reden von dem Stein gere-
det. Aber die Gelehrten sagten sie wissen nicht
was es wär *)
*)
, denn
es wär übernatürlich daßSpäterhin hat man unter den Stein die schöne
kurze Inschrift gesetzt, die noch bis dato, da ich
dieses schreibe, ihre volle Kraft behält:
kurze Inschrift gesetzt, die noch bis dato, da ich
dieses schreibe, ihre volle Kraft behält:
De hoc lapide multi multa,
omnes aliquid,
nemo satis.
nemo satis.
ein solcher Stein sollt von den Lüfften herabschla-
gen, besonders es wäre ein Wunder Gottes, denn
es zuvor nie erhört, gesehn noch geschrieben be-
funden worden wäre. Da man auch den Stein
fand, da lag er bey halb Manns tief in der Er-
den, welches jedermann dafür hält daß es Gottes
Wille wär daß er gefunden würde. Und hat man
den Klapff zu
viel Orten so groß gehört daß die Leut meynten

[239]
es wären Häuser umgefallen.
Darnach uf Mon-
tag nach Catharinen gedachten Jahrs als König
Maximilian allhier war, hieß ihre königliche Ex-
cellenz den Stein so jüngst gefallen, ins Schloß
tragen, und als man ihn darein brachte, hielt er
Excellenz viel Kurzweil mit dem Stein, und da
er lang mit den Herren davon redt, sagte er die
vonEnsisheim sollten ihn nehmen und in die
Kirche heißen aufhencken, auch niemands davon
lassen schlagen. Doch nahm er Excellenz zwey
Stück davon: das Ein behielt sein Excellenz; das
Andere schickte er Herzog Sigmunden von Oester-
reich. und war eine große Sage von dem Stein,
also hinck man ihn in den Chor da er noch henckt.
Auch kam eine große Welt den Stein zu sehen.“
tag nach Catharinen gedachten Jahrs
Maximilian allhier war, hieß ihre königliche Ex-
cellenz den Stein so jüngst gefallen, ins Schloß
tragen, und als man ihn darein brachte, hielt er
Excellenz viel Kurzweil mit dem Stein, und da
er lang mit den Herren davon redt, sagte er die
von
Kirche heißen aufhencken, auch niemands davon
lassen schlagen. Doch nahm er Excellenz zwey
Stück davon: das Ein behielt sein Excellenz; das
Andere schickte er Herzog Sigmunden von Oester-
reich. und war eine große Sage von dem Stein,
also hinck man ihn in den Chor da er noch henckt.
Auch kam eine große Welt den Stein zu sehen.“
***
Die andre Urkunde über diesen berufnen soge-
nannten Donnerstein (Pierre de tonnerre ) fin-
det sich in Kaiser Maximilians des Iten Auf-
ruf an alle des Reichs Unterthanen zu einem vor-
habenden Zug gegen die Türken d.d.Augspurg
den12 November, 1503 . *) – Es werden dar-
in allerhand Zeichen der Zeit und resp. Straf-
nannten Donnerstein (Pierre de tonnerre ) fin-
det sich in Kaiser Maximilians des Iten Auf-
ruf an alle des Reichs Unterthanen zu einem vor-
habenden Zug gegen die Türken d.d.
den
in allerhand Zeichen der Zeit und resp. Straf-

[240]
gerichte angeführt, wodurch der Himmel neuer-
dings die Christenheit aufgemahnt und heimgesucht
habe. Namentlich werden darunter zweie benannt. „ Die schwere Krankheit der bösen Blattern“ (– d.
i. die Lustseuche –) und der Himmelsstein, von
welchem letztern es folgendermaßen lautet:
dings die Christenheit aufgemahnt und heimgesucht
habe. Namentlich werden darunter zweie benannt. „ Die schwere Krankheit der bösen Blattern“ (– d.
i. die Lustseuche –) und der Himmelsstein, von
welchem letztern es folgendermaßen lautet:
„Anfänglich so hat der Allmächtig Uns, als
das Obrist Haupt der Christenheit vor etlichen Jah-
ren mit einem harten Stein, ungeverlich zweyer
Centner schwehr, der auf einem weiten Feld mit
großer Ungestümmigkeit für uns, als wir an un-
serm Heerzug, zu Widerstand der Franzosen mut-
willig Fürnemen, gewesen seyn, gefallen ist; den
wir auch in die Kirche in unsrer StadtInsiß-
heim , dabey er sich niedergelassen hat, und
da
unser Regiment der vordern Lande gehalten wird,
haben hencken lassen; ermanet und erfodert daß
wir die Christenheit von ihren schweren Sünden
und Unordnungen leiten und in ein erkenntliches
seliges Leben gegen seine Gnade kehren, und da-
durch seinen heiligen Glauben mehren, erretten
und behalten sollen; hat uns auch das zu einem
Exempel, damit wir in demselben also fortfahren,
zu der Zeit als solcher Stein gefallen ist, in un-
serm Fürnehmen wider die Cron Frankreich, Sieg
und Glück gegeben etc.“
das Obrist Haupt der Christenheit vor etlichen Jah-
ren mit einem harten Stein, ungeverlich zweyer
Centner schwehr, der auf einem weiten Feld mit
großer Ungestümmigkeit für uns, als wir an un-
serm Heerzug, zu Widerstand der Franzosen mut-
willig Fürnemen, gewesen seyn, gefallen ist; den
wir auch in die Kirche in unsrer Stadt
heim
unser Regiment der vordern Lande gehalten wird,
haben hencken lassen; ermanet und erfodert daß
wir die Christenheit von ihren schweren Sünden
und Unordnungen leiten und in ein erkenntliches
seliges Leben gegen seine Gnade kehren, und da-
durch seinen heiligen Glauben mehren, erretten
und behalten sollen; hat uns auch das zu einem
Exempel, damit wir in demselben also fortfahren,
zu der Zeit als solcher Stein gefallen ist, in un-
serm Fürnehmen wider die Cron Frankreich, Sieg
und Glück gegeben etc.“
***

[241]
Ohngefähr um die gleiche Zeit oder doch in
einem der nächstfolgenden Decennien scheint auch
inBrabant ein Aërolith gefallen zu seyn. Die
einzige mir bis jetzt davon bekannte Nachricht,
findet sich in unsers großen Künstlers, Albr.
Dürer’s Tagebuch von seiner Niederländischen
Reise, in desHrn. von Murr Journal zur
Kunstgeschichte VII. Th. S. 70. u. f.
einem der nächstfolgenden Decennien scheint auch
in
einzige mir bis jetzt davon bekannte Nachricht,
findet sich in unsers großen Künstlers, Albr.
Dürer’s Tagebuch von seiner Niederländischen
Reise, in des
Kunstgeschichte VII. Th. S. 70. u. f.
„1520 . – Ich hab sonst viel schöner Ding
zuPrüssel gesehen. bin
auch in des von Naßau
Hauß gewest, das so köstlich gebaut und also schön
geziert ist. Item als ich bin gewest in des von
Naßau Hauß, do hab ich auch den großen Stein
gesehen, den das Wetter neben dem Herrn von
Naßau in dem Feld hat niedergeschlagen.“
zu
Hauß gewest, das so köstlich gebaut und also schön
geziert ist. Item als ich bin gewest in des von
Naßau Hauß, do hab ich auch den großen Stein
gesehen, den das Wetter neben dem Herrn von
Naßau in dem Feld hat niedergeschlagen.“
***
Daß 1560 bey Mischkolz im Berschoder Ko-
mitat fünf
Meteorsteine gefallen, erzählt der be-
rühmte Geschichtschreiber vonUngarn ,
Ischtwán-
tius.
mitat
rühmte Geschichtschreiber von
tius.
que praegrandes instar humani capitis lapi-
des, luteo et ferrugineo colore, gravi pon-

[242]
lum subito fulgure et tonitribus, terribili-
que aëris commotione repente conturbatum
fuisset, iis mox puncto temporis quiescen-
tibus. Quorum unum in arce
hodieque asservatur, caeteros Sigismundus
Balassius ad Ferdinandum misit.
Hungarici per Nic. Isthwanffium ed.
Colon. 1685. fol. pag. 258.
***
Von einem furchtbaren Steinregen der 1654
auf derInsel Fünen gefallen, giebt
Th. Bar-
tholinus Nachricht,historiar.anatomicar.
rarior.Cent. IV. pag. 337 u. f.
auf der
tholinus Nachricht,
rarior.Cent. IV. pag. 337 u. f.
Ao.1654 d. 30 Mart. hora octava
ma-
tutina inFionia nostra tanta passim orta
est tempestas, tonitru pluviisque mixta, ut
horribili sonitu omnia perstreperent. Cum
pluvia deciderunt lapides quam plures du-
rissimi et ponderosi tanta vehementia, vt
aedes contremiscerent, et ad alias provin-
cias vicinas fragor pervenerit. Incolae ur-
bium campanas pulsarunt, incendio flagrare
aedes suspicati. Ex his lapidibus unum ha-
tutina in
est tempestas, tonitru pluviisque mixta, ut
horribili sonitu omnia perstreperent. Cum
pluvia deciderunt lapides quam plures du-
rissimi et ponderosi tanta vehementia, vt
aedes contremiscerent, et ad alias provin-
cias vicinas fragor pervenerit. Incolae ur-
bium campanas pulsarunt, incendio flagrare
aedes suspicati. Ex his lapidibus unum ha-

[243]
beo, dono cancellarii Regii
Thomaei, qui
pendet libram civilem. Major alius ad Re-
gem nostrum missus fuit duplo ponderosior.
Quantum video, pyritis est, et inspersis ma-
culis scintillat, percussusque scintillas excu-
tit. Exteriori facie inducta est crusta nigri-
cans, quasi igne cremata. Intus ex flavo
candicat. Figura inaequalis.“
pendet libram civilem. Major alius ad Re-
gem nostrum missus fuit duplo ponderosior.
Quantum video, pyritis est, et inspersis ma-
culis scintillat, percussusque scintillas excu-
tit. Exteriori facie inducta est crusta nigri-
cans, quasi igne cremata. Intus ex flavo
candicat. Figura inaequalis.“
***
Im IVten B. dieses Magazins hatte ich S.
521. u. f. eines 1768 bei Maurkirchen aus der
Luft gefallnen Steins gedacht, den ich aber da-
mals bloß aus einerkleinen Broschüre kannte,
worin die ganze Sache als eine pure Unmög-
lichkeit persiflirt wird. Mir hingegen schien die-
ser Stein nach der kurzen davon gegebnen Be-
schreibung andern ganz unbezweifelbaren Aëroli-
then unverkennbar zu ähneln. Von der Rich-
tigkeit dieser meiner Vermuthung, so wie von
der ausgemachten Zuverlässigkeit des Vorfalls selbst,
bin ich nun seit mehrern Monaten überzeugt, da
unsre Universität das Glück hat den Herrn Kur-
prinzen von Pfalzbaiern an der Spitze
ihrer gelehrten Mitbürger zu besitzen. Se. Durch-
laucht sowohl als der Herr Geheimerath Kirsch-
baum haben mir nicht nur bestimmte Nachricht
521. u. f.
Luft gefallnen Steins gedacht, den ich aber da-
mals bloß aus einer
worin die ganze Sache als eine pure Unmög-
lichkeit persiflirt wird. Mir hingegen schien die-
ser Stein nach der kurzen davon gegebnen Be-
schreibung andern ganz unbezweifelbaren Aëroli-
then unverkennbar zu ähneln. Von der Rich-
tigkeit dieser meiner Vermuthung, so wie von
der ausgemachten Zuverlässigkeit des Vorfalls selbst,
bin ich nun seit mehrern Monaten überzeugt, da
unsre Universität das Glück hat den Herrn Kur-
prinzen von Pfalzbaiern an der Spitze
ihrer gelehrten Mitbürger zu besitzen. Se. Durch-
laucht sowohl als der Herr Geheimerath Kirsch-
baum haben mir nicht nur bestimmte Nachricht

[244]
von diesem Meteorsteine
gegeben, sondern meine
Sammlung ist auch auf diesen Anlaß so eben mit
einem mehr als vier Pfund wiegenden Stücke des-
selben bereichert worden, das nach seinen äußern
Kennzeichen, specifischen Gewicht und Gehalt aufs
vollkommenste mit denen vonBenares und
dem
Departement de
l’Orne übereinkommt, wovon ich
durch die Güte des Herrn Baronet Bancks und
des Hrn. BiotMuster erhalten habe.
Sammlung ist auch auf diesen Anlaß so eben mit
einem mehr als vier Pfund wiegenden Stücke des-
selben bereichert worden, das nach seinen äußern
Kennzeichen, specifischen Gewicht und Gehalt aufs
vollkommenste mit denen von
durch die Güte des Herrn Baronet Bancks und
des Hrn. BiotMuster erhalten habe.
Gerade da ich dieses schreibe, wird mir das
dritte dießjährige Stück des Kurpfalzbaierischen
Wochenblatts mitgetheilt, worin Hr. Canon.Im-
hof, Professor der Naturkunde am Münchner Ly-
ceum ausführlichere Nachricht von eben diesem
Aërolithen und die Resultate seiner eignen Un-
tersuchung desselben bekannt macht, und da die-
ses nutzbare Wochenblatt wohl außerBaiern nicht
vielen Lesern des Magazins zu Gesichte kommen
möchte, so hebe ich das wesentlichste hieher gehö-
rige aus selbigem aus.
dritte dießjährige Stück des Kurpfalzbaierischen
Wochenblatts mitgetheilt, worin Hr. Canon.Im-
hof, Professor der Naturkunde am Münchner Ly-
ceum ausführlichere Nachricht von eben diesem
Aërolithen und die Resultate seiner eignen Un-
tersuchung desselben bekannt macht, und da die-
ses nutzbare Wochenblatt wohl außer
vielen Lesern des Magazins zu Gesichte kommen
möchte, so hebe ich das wesentlichste hieher gehö-
rige aus selbigem aus.
Laut des mit eidlichen Zeugenaussagen au-
thentisirten gerichtlichen Protokolls fiel am20ten
Nov. 1768 Abends nach 4 Uhr unweit Maur-
kirchen (im jetzt K.K.Innviertel ) ein 38
Pfund
schwerer, einen Fuß langer und 8 Zoll dicker
Stein unter folgenden Erscheinungen herab:
thentisirten gerichtlichen Protokolls fiel am
Nov. 1768
kirchen
schwerer, einen Fuß langer und 8 Zoll dicker
Stein unter folgenden Erscheinungen herab:

[245]
1) Anfänglich gleich nach 4 Uhr hörte man
zwei Knalle, wie von Stückschüssen; hierauf
zwei Knalle, wie von Stückschüssen; hierauf
2) in der Luft ein fürchterliches Sausen,
wobei sich
wobei sich
3) das Firmament von der Abendseite ziem-
lich verfinsterte. Gleich darauf hörte man
lich verfinsterte. Gleich darauf hörte man
4) gegen Osten einen starken Schlag (ein
Plumpen) mit großem Sausen, das gegen den
benachbarten Wald zu ein langes Echo verursachte.
So bald aber
Plumpen) mit großem Sausen, das gegen den
benachbarten Wald zu ein langes Echo verursachte.
So bald aber
5) das Sausen aufgehört, war auch die Fin-
sterniß des Firmaments wie verschwunden.
sterniß des Firmaments wie verschwunden.
8) Am folgenden Tage fanden die Deponen-
ten nahe am Kirchwege in der sogenanntenSchi-
ckenpoint ,
schräg einwärts eine große Oeffnung,
in der sie beim Nachsuchen dritthalb Schuh tief
besagten Stein angetroffen, ihn ausgegraben und
dann zum Gericht gebracht haben.
ten nahe am Kirchwege in der sogenannten
ckenpoint
in der sie beim Nachsuchen dritthalb Schuh tief
besagten Stein angetroffen, ihn ausgegraben und
dann zum Gericht gebracht haben.
Sein specifisches Gewicht ist = 3,452
Seine graulichschwarze ¼ Linie dicke Rinde
giebt am Stahl Funken.
giebt am Stahl Funken.
Seine Gemengstoffe sind a) regulinisches Ei-
sen, das in kleinen Körnern und Zacken am mei-
sten mit der äußern Rinde verwachsen, sehr ge-
sen, das in kleinen Körnern und Zacken am mei-
sten mit der äußern Rinde verwachsen, sehr ge-

[246]
schmeidig, zähe ist, und einen weißen starkglän-
zenden Feilstrich giebt.
zenden Feilstrich giebt.
b) Schwefelkies.
c) Kleine plattgedrückte eckichte Körner, welche
sich durch schwarzgraue Farbe, muschlichten Bruch,
glänzendes Ansehn und größere Härte von den
andern unterscheiden.
sich durch schwarzgraue Farbe, muschlichten Bruch,
glänzendes Ansehn und größere Härte von den
andern unterscheiden.
d) Noch andere kleine Körner von weißer
und gelblichter Farbe, die durchscheinend und schim-
mernd sind.
und gelblichter Farbe, die durchscheinend und schim-
mernd sind.
Die Analyse dieses Aërolithen lieferte nach
der Angabe des Hrn. Canonicus, in 1000 Gran
der Angabe des Hrn. Canonicus, in 1000 Gran
| = | 23,30 | regulinisches Eisen |
| 12,00 | regulinischen Nickel | |
| 402,40 | braunes Eisenoxyd | |
| 287,50 | Talkerde | |
| 254,00 | Kieselerde | |
| 20,80 | Verlust an Schwefel und Nickel | |
| –––––– | ||
| 1000,00 |
***
In eben diesem
interessanten Wochenblatte
ertheilt nun auch der Hr. Canonicus folgende
merkwürdige Nachricht von dem allerneuesten Aë-
ertheilt nun auch der Hr. Canonicus folgende
merkwürdige Nachricht von dem allerneuesten Aë-

[247]
rolithen, der erst am 13ten
Dec. vorigen Jahrs
im Kurfürstlichen LandgerichteEggenfelden aus der
Luft gefallen.
im Kurfürstlichen Landgerichte
Luft gefallen.
Es erhellet nämlich aus der gerichtlichen des-
halb zur Kurfürstlichen Landesdirection gemachten
Anzeige,
halb zur Kurfürstlichen Landesdirection gemachten
Anzeige,
1) daß am gedachten 13ten Dec. 1803 Mit-
tags zwischen 10 und 11 Uhr um den Kurfürstlichen
MarcktMässing herum neun bis zehn
Kanonen-
schußförmige Knalle von mehrern umliegenden Land-
bewohnern gehört worden; worauf sich einer der-
selben, ein Bauer zuSt. Nicola aus seinem Ein-
ödshof begab, in die Höhe sah, und horchte zu er-
fahren was das bedeuten solle; wobei er sogleich in
der Luft ein ziemliches Sausen gehört, und gesehen
wie Etwas sehr hoch unter beständigem Sausen in
der Luft daher gekommen, und endlich mittelst Zer-
schlagung einiger Schindel durch das Dach seiner
Wagenhütte eingedrungen sey; auf welches er der
Hütte zugegangen und den bemeldten Stein vorge-
funden, welcher ganz schwarz und so heiß gewesen,
als ein auf seinem Ofen liegender Stein zu seyn
pflegt.
tags zwischen 10 und 11 Uhr um den Kurfürstlichen
Marckt
schußförmige Knalle von mehrern umliegenden Land-
bewohnern gehört worden; worauf sich einer der-
selben, ein Bauer zu
ödshof begab, in die Höhe sah, und horchte zu er-
fahren was das bedeuten solle; wobei er sogleich in
der Luft ein ziemliches Sausen gehört, und gesehen
wie Etwas sehr hoch unter beständigem Sausen in
der Luft daher gekommen, und endlich mittelst Zer-
schlagung einiger Schindel durch das Dach seiner
Wagenhütte eingedrungen sey; auf welches er der
Hütte zugegangen und den bemeldten Stein vorge-
funden, welcher ganz schwarz und so heiß gewesen,
als ein auf seinem Ofen liegender Stein zu seyn
pflegt.
2) Daß eben dieser
Zeuge das vermeintliche
Schießen vonAltenötting (von Osten) her be-
Schießen von

[248]
merkt; der Stein hingegen über Heiligenstadt (von
Westen) dahergekommen sey.
Westen) dahergekommen sey.
3) Daß derselbe Stein 3¼ Pfund gewogen,
und
und
4) daß er einen Pulvergeruch von sich ge-
geben.
geben.
5) Daß mehrere Personen so gerade da un-
terwegs gewesen und das Donnern und Sausen
mit gehört, ein und andres Stück von diesem Stein
zu sich genommen, welche aber nachhin vom Kur-
fürstlichen Landgerichte adgefordert worden.
terwegs gewesen und das Donnern und Sausen
mit gehört, ein und andres Stück von diesem Stein
zu sich genommen, welche aber nachhin vom Kur-
fürstlichen Landgerichte adgefordert worden.
Die Landesdirection übergab diesen Aëroli-
then nebst Protocoll an Se. Kurfürstliche Durch-
laucht, welche denselben der Academie der Wissen-
schaften zur Untersuchung übersandt haben.
then nebst Protocoll an Se. Kurfürstliche Durch-
laucht, welche denselben der Academie der Wissen-
schaften zur Untersuchung übersandt haben.
Sein specifisches Gewicht ist 3,365.
Seine dunkelschwarze Kruste etwas dicker
als die des Mauerkirchner.
als die des Mauerkirchner.
Auch ist er im Bruche viel grobkörniger,
und hält folgende Gemengstoffe: a) regulini-
sches Eisen, das wie dünne Eisenfeile sichtbar ein-
gewachsen und glänzend erscheint
sches Eisen, das wie dünne Eisenfeile sichtbar ein-
gewachsen und glänzend erscheint
b) Schwefelkies: unter der Loupe auch krystal-
lenförmig. (?) Giebt gerieben ein schwarzes Pulver.
lenförmig. (?) Giebt gerieben ein schwarzes Pulver.

[249]
c) größere und kleinere plattgedrückte
eckichte
Massen, die einen von dunkelbrauner, die andern
von schwarzer Farbe, die sich durch ein schimmern-
des Ansehn und größere Härte von jenen unter-
scheiden.
Massen, die einen von dunkelbrauner, die andern
von schwarzer Farbe, die sich durch ein schimmern-
des Ansehn und größere Härte von jenen unter-
scheiden.
d) Noch bemerkt man hie und da kubikför-
mige (?) Körner und auch Blättchen von gelblich-
ter Farbe, durchscheinend und mit Glasglanz, die
das Ansehen von Quarz, aber nicht dessen Härte
haben.
mige (?) Körner und auch Blättchen von gelblich-
ter Farbe, durchscheinend und mit Glasglanz, die
das Ansehen von Quarz, aber nicht dessen Härte
haben.
e) Auch sind weiße Körner von unregelmäßi-
ger Form eingesprengt, wovon einige über eine Li-
nie dick sind.
ger Form eingesprengt, wovon einige über eine Li-
nie dick sind.
f) Unter dem Mikroscop sieht man auch ein
weißgraues ins gelbe spielendes Metall, welches
auch dem Magnet folgsam und wahrscheinlich me-
tallischer Nickel ist.
weißgraues ins gelbe spielendes Metall, welches
auch dem Magnet folgsam und wahrscheinlich me-
tallischer Nickel ist.
Nach der angestellten Analyse geben 1000 Gran
dieses Steins
dieses Steins
| 18,00 | regulinisches Eisen, |
| 13,50 | regulinischen Nickel, |
| 325,40 | braunes Eisenoxyd, |
| 232,50 | Talckerde, |
| 310,00 | Kieselerde, |
| 100,60 | Verlust an Schwefel und Nickeloxyd. |
| –––––– | |
| 1000,00 |
***

[250]
Soweit der Nachtrag zu den bisher bekannt
gemachten Verzeichnissen von Aërolithen. Unter
diesem Namen (Aërolithe) habe ich auch vom Hrn.
Biot ein Stück von denen erhalten, deren am
26ten
April vorigen Jahrs auf dritthalbtausend in
dem ungeheuern Steinregen beil’Aigle im Depar-
tement de l’Orne (in der ehemaligen Normandie )
gefallen sind. (– s.dieses
Magazin VI. B. S.
397 u. f.
–).
gemachten Verzeichnissen von Aërolithen. Unter
diesem Namen (Aërolithe) habe ich auch vom Hrn.
Biot ein Stück von denen erhalten, deren am
dem ungeheuern Steinregen bei
tement de l’Orne
gefallen sind. (– s.
397 u. f.
Von ältern Fällen der Art sind sicherlich noch
gar manche in Chroniken und Topographien aufge-
zeichnet, die wenn sie gelegentlich aufgefunden und
mit den schon bekannten zusammengestellt und ver-
glichen werden, doch vielleicht auf interessante Spuren
und Aufschlüsse führen können.
gar manche in Chroniken und Topographien aufge-
zeichnet, die wenn sie gelegentlich aufgefunden und
mit den schon bekannten zusammengestellt und ver-
glichen werden, doch vielleicht auf interessante Spuren
und Aufschlüsse führen können.
Interessanter als bloße Beispiele war mir inzwi-
schen der unerwartete kleine Fund, da ich schon bei
einem Schriftsteller aus derersten Hälfte des XVI.
Jahrhunderts die so wichtige und wahre
Bemerkung
las, daß all die Steine die vom Himmel gefallen,
durchgehends von einerlei Art, und die Metall-
massen durchgehends von Eisen gewesen! – Das
sagt ein Mann, der freilich von Tausenden die nie
was von ihm gelesen, geradezu für einen Narren,
Ignoranten, Dummkopf etc. verschrieen worden,
in dessen genialischen Schriften ich aber schon gar
schen der unerwartete kleine Fund, da ich schon bei
einem Schriftsteller aus der
Jahrhunderts
las, daß all die Steine die vom Himmel gefallen,
durchgehends von einerlei Art, und die Metall-
massen durchgehends von Eisen gewesen! – Das
sagt ein Mann, der freilich von Tausenden die nie
was von ihm gelesen, geradezu für einen Narren,
Ignoranten, Dummkopf etc. verschrieen worden,
in dessen genialischen Schriften ich aber schon gar

[251]
manchesmal und zwar immer mit
Unterhaltung,
nicht selten mit Belehrung die sie mir gewährt, und
oft mit Bewunderung die ich ihnen nicht versagen
konnte, gelesen habe. – Kurz der ehrliche Wald-
esel vonEinsiedlen (wie er sich in seiner
freilich
meist gar derben Kraftsprache einmal Selbst nennt)
Theophrastus Paracelsus im Buchde
meteoris. (pag. 111 der lat. Ausg. von Gerh.
Dorn, Basel 1569. 8.)
nicht selten mit Belehrung die sie mir gewährt, und
oft mit Bewunderung die ich ihnen nicht versagen
konnte, gelesen habe. – Kurz der ehrliche Wald-
esel von
meist gar derben Kraftsprache einmal Selbst nennt)
Theophrastus Paracelsus im Buch
meteoris. (pag. 111 der lat. Ausg. von Gerh.
Dorn, Basel 1569. 8.)
„Evidentissime constat,
lapides natu-
rales ex coelo dicidisse pariter ac
metalla; sed non aliud quam fer-
rum. – nec lapidis quam unica
species.“
rales ex coelo dicidisse pariter ac
metalla; sed non aliud quam fer-
rum. – nec lapidis quam unica
species.“
***
Bedenklich ist gerade das, einer der bedeutendsten
wichtigsten Umstände bei dem so räthselhaften Phä-
nomen, daß die in so verschiedenen Weltgegenden
und zu so verschiedenen Zeiten vom Himmel gefalle-
nen Steine im Ganzen von einerlei Art sind. Ich
sage im Ganzen, denn zwei gegen einander ver-
glichen, zeichnen, sich wenigstens von den viererlei Aë-
wichtigsten Umstände bei dem so räthselhaften Phä-
nomen, daß die in so verschiedenen Weltgegenden
und zu so verschiedenen Zeiten vom Himmel gefalle-
nen Steine im Ganzen von einerlei Art sind. Ich
sage im Ganzen, denn zwei gegen einander ver-
glichen, zeichnen, sich wenigstens von den viererlei Aë-

[252]
rolithen wovon ich Stücken in meiner
Sammlung
besitze, doch jeder durch besondere Eigenheiten in sei-
nen äußeren Kennzeichen von den andern aus.
besitze, doch jeder durch besondere Eigenheiten in sei-
nen äußeren Kennzeichen von den andern aus.
Am auffallendsten weicht der berühmte Ensis-
heimer Donnerstein nach den Proben davon, die ich
der Güte des Hrn. Prof. Butenschoen zuCol-
mar verdanke, von den
übrigen ab. Seine graue
Farbe ist viel dunkler, sein Korn weit dichter und
fester, sein Kies nicht wie in Körnern in die Haupt-
masse eingesprengt, sondern diese gleichsam adrig damit
durchwachsen etc. Vor allem aber unterscheidet er
sich durch zahlreiche Risse und Spalten mit schwarz-
glänzenden spiegelnden Ablösungen, womit er nach
allen Richtungen unregelmäßig durchzogen ist, und
nach welchen beim Zerschlagen die Bruchstücke am
leichtesten springen. Hingegen zeigt er keine Spur
von den runden Körnern die sich in den vonBena-
res (– s.dieses Magaz.II. B. S. 630 –),
vorzüglich aber in dem vonMauerkirchen
finden.
Auch kann ich an keinem meiner Stücke eine be-
sondere äußere Rinde unterscheiden.
heimer Donnerstein nach den Proben davon, die ich
der Güte des Hrn. Prof. Butenschoen zu
mar
Farbe ist viel dunkler, sein Korn weit dichter und
fester, sein Kies nicht wie in Körnern in die Haupt-
masse eingesprengt, sondern diese gleichsam adrig damit
durchwachsen etc. Vor allem aber unterscheidet er
sich durch zahlreiche Risse und Spalten mit schwarz-
glänzenden spiegelnden Ablösungen, womit er nach
allen Richtungen unregelmäßig durchzogen ist, und
nach welchen beim Zerschlagen die Bruchstücke am
leichtesten springen. Hingegen zeigt er keine Spur
von den runden Körnern die sich in den von
res
vorzüglich aber in dem von
Auch kann ich an keinem meiner Stücke eine be-
sondere äußere Rinde unterscheiden.
***
So wie aber alle bis jetzt näher untersuchten
Meteorsteine, wie gesagt, im Ganzen von einerlei
Art sind, so differiren sie hingegen bekanntlich durch-
Meteorsteine, wie gesagt, im Ganzen von einerlei
Art sind, so differiren sie hingegen bekanntlich durch-

[253]
aus, sowohl nach ihren äußern Kennzeichen, als
nach ihrem Gehalte von allen bis jetzt bekannten
tellurischen Fossilien. Inzwischen versteht sich von
selbst, daß sie dennoch einem oder dem andern der-
selben mehr oder weniger ähneln, und so dünken
sie mir, so viel ich vor der Hand habe vergleichen
können, im Totalhabitus des Bruchs der Haupt-
masse einigen vulkanischen Tufwacken, und zwar
namentlich einer Abart des Piperno vonPianura
am Fuß desCamaldoli-Bergs bei Neapel , und
ei-
ner Leucit-tuffa von derInsel Ponza ziemlich ähn-
lich zu scheinen. Doch gilt auch dieß nicht von dem
Ensisheimer Donnerstein, den ich überhaupt am we-
nigsten mit irgend einem mir bekannten Foßil zu
vergleichen wüßte.
nach ihrem Gehalte von allen bis jetzt bekannten
tellurischen Fossilien. Inzwischen versteht sich von
selbst, daß sie dennoch einem oder dem andern der-
selben mehr oder weniger ähneln, und so dünken
sie mir, so viel ich vor der Hand habe vergleichen
können, im Totalhabitus des Bruchs der Haupt-
masse einigen vulkanischen Tufwacken, und zwar
namentlich einer Abart des Piperno von
am Fuß des
ner Leucit-tuffa von der
lich zu scheinen. Doch gilt auch dieß nicht von dem
Ensisheimer Donnerstein, den ich überhaupt am we-
nigsten mit irgend einem mir bekannten Foßil zu
vergleichen wüßte.
den 3ten Febr. 1804 .
Digitalisat/24