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J.H. Voigts
Zwölften
Bandes
Weimar ,
im Verlage des Landes-Industrie-Comptoirs
1806 .
11) Naturhistorische Bemerkungen aus






Kupferstich von Seite 7

[titlePage_recto]
J.H. Voigts
Magazin
für den neuesten
Zustand
der
Naturkunde,
mit Rücksicht auf die dazu
gehörigen
Hülfswissenschaften.
Zwölften
Bandes
VI. Stück.
Jahrgang 1806.
December .
December
im Verlage des Landes-Industrie-Comptoirs

[498]
11) Naturhistorische Bemerkungen aus Kamt-
schatka .
schatka
(Aus eben diesem Briefe.)
Der Gefälligkeit eines jungen Seeofficiers,
Dawuidof, der ein kleines Schiff der amerika-
nischen Compagnie nachKadjak führte, verdanke
Dawuidof, der ein kleines Schiff der amerika-
nischen Compagnie nach

[499]
ich das Fell mit dem ganzen
Kopfe vom sogenann-
ten wilden Schaafe oder Argali. Das Thier hat
außer seinen 8 untern Vorderzähnen, sowohl oben,
als unten, 12 Backenzähne, 6 auf jeder Seite jeden
Kiefers (nicht 8, wie insgemein angegeben wird).
Diese Zahl bleibt sich in alten und jungen Thieren
gleich; und wenn auch in alten die Zähne zuwei-
len durch Incrustation wie verwachsen scheinen, so
sind doch die Alveolen immer gleichzählig und von
einander abgesondert. Die Hörner sind bei dem
Exemplare, das ich vor mir habe, an der Wurzel
auf 3 bis 4 Zoll dick und nur 9 Z. lang, dreikantig,
querwulstig geribbt und hinterwärts halbcirkelför-
mig umgekrümmt. Der Hinterkopf ist sehr ge-
wölbt. Der Kopf ist 11½ Zoll lang, 9 Z. vom
Horn bis zur Nasenspitze. Lebendig habe ich das
Thier nicht gesehen; es soll aber springen, wie eine
Gems; auch auf den Felsenklippen so mit den 4
Fußklauen dicht zusammentreten. Das Fleisch, das
wir mehrere Male gegessen, ist überaus schmackhaft.
Der Schädel ist für Ihre Sammlung bestimmt.
Ich zweifle eben so sehr daß dieses Thier der Stamm-
vater des gemeinen Schaafs, als daß es mit dem
Muffelthiere aufSardinien und Corsica ei-
nerlei seyn sollte. M.s. Taf. VI. Fig. 1 u. 2.
ten wilden Schaafe oder Argali. Das Thier hat
außer seinen 8 untern Vorderzähnen, sowohl oben,
als unten, 12 Backenzähne, 6 auf jeder Seite jeden
Kiefers (nicht 8, wie insgemein angegeben wird).
Diese Zahl bleibt sich in alten und jungen Thieren
gleich; und wenn auch in alten die Zähne zuwei-
len durch Incrustation wie verwachsen scheinen, so
sind doch die Alveolen immer gleichzählig und von
einander abgesondert. Die Hörner sind bei dem
Exemplare, das ich vor mir habe, an der Wurzel
auf 3 bis 4 Zoll dick und nur 9 Z. lang, dreikantig,
querwulstig geribbt und hinterwärts halbcirkelför-
mig umgekrümmt. Der Hinterkopf ist sehr ge-
wölbt. Der Kopf ist 11½ Zoll lang, 9 Z. vom
Horn bis zur Nasenspitze. Lebendig habe ich das
Thier nicht gesehen; es soll aber springen, wie eine
Gems; auch auf den Felsenklippen so mit den 4
Fußklauen dicht zusammentreten. Das Fleisch, das
wir mehrere Male gegessen, ist überaus schmackhaft.
Der Schädel ist für Ihre Sammlung bestimmt.
Ich zweifle eben so sehr daß dieses Thier der Stamm-
vater des gemeinen Schaafs, als daß es mit dem
Muffelthiere auf
nerlei seyn sollte. M.s. Taf. VI. Fig. 1 u. 2.

[500]
(Aus einem andern Briefe, auch von Kamt-
schatka vom 24. Sept. 1805 .)
schatka
Der Commandeur eines vor einigen Tagen
vonOchotsk hieher
gekommenen Schiffes meldet
uns, daß man oberhalbKamtschatka an
der
Küste desEismeeres ,
am Ausflusse der Kolyma ,
die Knochen eines vollständigen Mammuts*)
gegraben, und deshalb um Verhaltungsbefehle nach
St.
Petersburg geschrieben habe.
von
uns, daß man oberhalb
Küste des
die Knochen eines vollständigen Mammuts*)
*)
aus-Nicht das Mammut ohioticum (der ehemals
sogenannte fleischfressende Elephant) sondern der
unsern jetzigen beiden Gattungen des Elephanten-
geschlechts weit ähnlichere Elephas primigenius ,
der inSibirien Mammut genannt wird, so
wie
die meist zum Wunder in ihrer vollen Frischheit
erhaltenen Stoßzähne desselben auf Russisch Mam-
montovajakost heißen.
sogenannte fleischfressende Elephant) sondern der
unsern jetzigen beiden Gattungen des Elephanten-
geschlechts weit ähnlichere Elephas primigenius ,
der in
die meist zum Wunder in ihrer vollen Frischheit
erhaltenen Stoßzähne desselben auf Russisch Mam-
montovajakost heißen.
gegraben, und deshalb um Verhaltungsbefehle nach
Der Steuermann eines vorgestern von Una-
laschka
angekommenen Schiffes brachte mir Haare
vom Hinterkopfe eines Mammuts, das in dasiger
Gegend ausgegraben worden war, und die einer
seiner Leute selbst abgenommen hatte. Nach seinem
Berichte ist der ganze Kopf mit seinen Stoßzähnen
noch vorhanden, und zwar noch mit der lederarti-
gen Haut und dichten Haaren am Hinterkopfe be-
deckt**)Jakutsk sam-
laschka
vom Hinterkopfe eines Mammuts, das in dasiger
Gegend ausgegraben worden war, und die einer
seiner Leute selbst abgenommen hatte. Nach seinem
Berichte ist der ganze Kopf mit seinen Stoßzähnen
noch vorhanden, und zwar noch mit der lederarti-
gen Haut und dichten Haaren am Hinterkopfe be-
deckt**)
**)
. – Ein Kaufmann zu Schon mehrmals sind
in Sibirien ,
namentlich
zwischen demKolyma und Indighirka Mammut-
köpfe annoch mit Haut und Haar ausgegraben
worden, so z. B. Messerschmidt in denphi-losoph.Transact. Vol. XL. pag. 138 .
und
Pallas sur la formation des
montagnes
pag. 39 .
zwischen dem
köpfe annoch mit Haut und Haar ausgegraben
worden, so z. B. Messerschmidt in den
pag. 39

[501]
melt Mammutsknochen, um daraus ein vollstän-
diges Skelet zusammen zu bringen. Diesem soll
wo möglich dieser Kopf zugeschickt werden.
diges Skelet zusammen zu bringen. Diesem soll
wo möglich dieser Kopf zugeschickt werden.
Ein Mitglied unsrer Reisegesellschaft, Herr
Major Friederici machte, während wir nach
Segalien segelten, eine Landreise nach Nischni
undWirchni-Kamtschatka , und brachte ei-
nen ungeheuren Backenzahn und ein Stück von ei-
nem Stoßzahn des Mammuts mit, welche an den
Ufern desKamtschatka-Flusses ausgewaschen
gefunden worden. Der Stoßzahn war etwas spi-
ralförmig gekrümmt*)
Major Friederici machte, während wir nach
und
nen ungeheuren Backenzahn und ein Stück von ei-
nem Stoßzahn des Mammuts mit, welche an den
Ufern des
gefunden worden. Der Stoßzahn war etwas spi-
ralförmig gekrümmt*)
*)
, hielt acht Fuß in der LängeVon dieser
auszeichnenden Krümmung der Stoß-
zähne dieser präadamitischen Elephantengattung
siehe unter andernSauer’s Account of Com-
modore Billings Expedition pag. 93. sq. auch
Hrn. Baronet Banks im IXten Bde. dieses Ma-
gazins S. 214 . Eben so war
der Bug des 115
Pfund schweren Elfenbeinzahns, der im Sommer
1782 in der Unstrut ohnweit Tennstädt in Thü-
ringen gefunden und damals von mehrern be-
rühmten Naturforschern für ein Horn gehalten
worden.
zähne dieser präadamitischen Elephantengattung
siehe unter andern
modore Billings Expedition pag. 93. sq.
gazins S. 214
Pfund schweren Elfenbeinzahns, der im Sommer
ringen
rühmten Naturforschern für ein Horn gehalten
worden.

[502]
und an der Wurzel
fast einen Fuß im Durchmesser.
Hier war er einen Fuß lang hohl, das übrige hin-
gegen ganz massiv.
Hier war er einen Fuß lang hohl, das übrige hin-
gegen ganz massiv.
***

[Tab. VI]
[Abbildung: ]

Abbildung
Kupferstich von Seite 7
Digitalisat/8